Full text: Der Deutsche Post-Zeitungsgebührentarif

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von kleinen Verlagsorten vorhanden, in denen Blätter mit 
geringen Auflagen herausgegeben werden?) 
Die tatsächliche Verbreitung der Zeitungen und Zeit 
schriften läßt sich nicht zufriedenstellend ermitteln, da cs an 
einer amtlichen Zeitnngsstatistik mangelt und die privaten 
Quellen über Zahl und Auflagenhöhe der Blätter unzulänglich 
sind. Der Inhalt der von den verschiedenen Annoncen 
expeditionen herausgegebenen Kataloge weicht z. B. in vielem 
stark von einander ab, auf Vollständigkeit und Genauigkeit 
kann er im Hinblick auf die Art des Zustandekommens und 
die Zweckbestimmung der Kataloge keinen Anspruch 
machen. Ueber die Verbreitung der im Postdebitswege ver 
triebenen Blätter könnte wohl die Post genaueres statistisches 
Material liefern. Veröffentlichungen dieser Art erfolgen jedoch 
nicht. Die Poststatistik gibt nur Aufklärung über den Gesamt- 
Postzeitungsverkehr und über den Verkehr mit den einzelnen 
Ländern. Weitergehende Zeitungs-Statistiken gehören an 
und für sich nicht zu den Aufgaben der Post. Sie dürften 
außerdem nicht mit Rücksicht auf die Bestimmungen über die 
Wahrung des Briefgeheimnisses bekannt gegeben werden, da 
diese Vorschriften sich der Oeffcntlichkeit gegenüber auch auf 
den Zeituugsverkehr erstrecken?) Vor allem hätte selbst eine 
ausführlichere Post-Zeitungsstatistik nur in gewisser Beziehung 
z. B. kleine Lokalblätter und Gratis-Offertenblättec. — Mitte 1912 
erschienen z. B. in Aachen 30 (27) Blätter - die in Klammern stehende 
Zahl bedeutet hier und im folgenden die Zahl der zum Postvertrieb 
angemeldeten Zeitungen und Zeitschriften — in Bremen 44 (34), in 
Breslau 153 (114), in Cöln 127 (97), in Chemnitz 31 (21), in Dort 
mund 33 (27), in Dresden 170 (123), in Halle 97 (62), in Hamburg 
212 (183), in Hannover 105 (84), in Karlsruhe 77 (62), in Kiel 21 
(15) , in Königsberg (Pr.) 56 (44), in Leipzig 602 (440), in Metz 18 
(16) , in München 389 (297), in Nürnberg 103 (60), in Straßburg 68 
(40), in Stuttgart 210 (166), in Würzbnrg 41 (29) Blätter. 
ft Im Jahre 1908 gab es 2159 deutsche Verlagsorte, darunter 
19 mit mehr als je 10 Zeitungen und 1307 mit je einer Zeitung (Diez 
S. 34 f.). 
2 ) Da mb ach S. 67 f. - Der Hinweis bei Aschenborn (a. a. O. 
S. 65), daß die Mitteilung der Gesamtzahl der durch die Post ver 
triebenen Exemplare der einzelnen Zeitungen nicht unter das Verbot 
des 8 5 des Postgesetzes vom 28. Oktober 1871 falle, bezieht sich nur 
auf den Verkehr mit den Verlegern jener Zeitungen.
	        
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