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Kreditbanken (328,3 Mill. ZA = 7,4 vH), die Hypothekenbanken (322,2 Mill. AM =
(,2 vH), die eigenen Sparkassen (295,9 Mill ZA = 6,6 vH) und die Träger der Sozial-
versicherung (224,9 Mill. ZA = 5.0 vH) hervor.
Der Anstaltskredit wurde von allen Größenklassen üer Gemeinden, ihrer Größe und ihren
Aufgaben entsprechend, in Anspruch genommen; und zwar wächst seine Bedeutung, je
xleiner die Gemeinden werden. Daß bei der Größenklasse unter 10 000 Einwohner bei den
Anstalten Eintragungen nicht vorhanden sind, geht darauf zurück, daß für diese Gemeinden
die Gläubiger im einzelnen nicht festgestellt worden sind,
Die Inhaberpapiere, welche an der Gesamtverschuldung der Gemeinden mit 615,7 Mill. AM
= 13,8 vH beteiligt waren, spielten, ebenso wie die Auslandsschulden, nur bei den Groß-
Städten eine größere Rolle. Von dem Gesamtbetrag der Inhaberpapiere kamen über drei
Viertel auf die Großstädte, an deren Gesamtverschuldung sie einen Anteil von rd. 23,0 vH
(468,8 Mill. 2.4) hatten.
Von wesentlicher Bedeutung waren für die Gemeinden noch die öffentlichen Gläubiger (vor
allem Reich und Länder), welche mit 767,0 Mill. AM = 17,1 vH der Gesamtverschuldung
ausmachten. Am bedeutendsten war der Anteil der öffentlichen Gläubiger in den Größen-
Klassen 10 001 bis 25 000 Einwohner (18,3 vH) und 25 001 bis 50 000 Einwohner (15,0 vH).
Die größeren Gemeinden konnten sich leichter auf den Geld- und Kapitalmärkten eigene
Kredite beschaffen.
Nach der Laufzeit betrachtet setzten sich die Schulden der Gemeinden und Gemeinde-
verbände insgesamt zusammen aus 458,9 Mill. AM = 66,7 vH langfristigen und
2123,5 Mill. ZA = 33,3 vH mittel- und kurzfristigen Schulden. Annähernd das gleiche
Verhältnis zwischen den beiden Schuldenarten findet sich bei allen Größenklassen wieder,
mit Ausnahme der Provinzialverbände, bei welchen mittel- und kurzfristige Schulden einer-
Seits, langfristige Schulden andererseits ungefähr je die Hälfte der Gesamtverschuldung aus-
Machten. Die ganz kurzfristigen (unter 1 Jahr laufenden) Schulden traten nur bei den gTÖ-
Beren Gebietskörperschaften (Provinzialverbände, Großstädte) stärker hervor.
„Bei den langfristigen Schulden waren ausschlaggebend mit 2 821,4 Mill. AM = 442 vH
die Tilgungsdarlehen und die Schuldverschreibungen mit 986,2 Mill. ZA = 15,4 vH. Die
Schuldverschreibungen waren jedoch, wie oben erwähnt, nur bei den Großstädten von Be-
deutung, Für die kleineren Gemeinden bildeten die Tilgungsdarlehen (einschl. Anteile an
Sammelanleihen der Kreditinstitute) das fast ausschließliche Geldbeschaffungsmittel für
langfristigen Kredit,
Die Zinssätze der Schulden der Gemeinden bewegten sich im allgemeinen in allen Größen-
Klassen um den Durchschnittszinssatz der Gesamtverschuldung (6,560°/,) herum. Nur die
P TOvinzialverbände (7,370 °/,) wichen infolge des höheren Anteils der kurzfristigen Kredite
Stärker nach oben ab, während die ganz großen Städte (über 500 000 Einwohner) infolze des
Silligeren Auslandskredits merklich darunter bleiben (6,191 °/,).
Die Unterschiede, die sich in den Gläubigern, Zinssätzen und in der Laufzeit bei den Ge-
Meinden der einzelnen Gebiete zeigen, sind in Übersicht 28 dargestellt. Sie hängen
N erster. Linie von dem Ausmaß der Verstadtlichung in den einzelnen Ländern und Provinzen
MB In Gegenden, in denen viele Großstädte vorhanden sind, werden die für Großgemeinden
(/Dischen Merkmale im Gesamtbild der örtlichen Kommunalverschuldung stärker hervor-
ik in dünner besiedelten Gegenden die für ländliche Gemeinden und Landkreise charak-
“Tstischen Momente. Daneben werden auch rein territorial bedingte Momente (die vor-
N ‚gend industrielle oder agrarische Struktur der Gebiete, die Lage nahe der Grenze oder in
“etzten Gebietsteilen) von Einfluß.
a zeigt sich z. B. im Anteil der ausländischen Gläubiger eine gewisse Abhängigkeit von
u ea nahe der Grenze, indem die Gemeinden in Westfalen, in der Rheinprovinz, in Baden
dis In der Pfalz eigene Gemeinschaftsanleihen im Ausland aufgenommen haben und auch
die Valutaschulden aus der Kriegszeit sich in der Hauptsache auf die badischen Städte und
A Gemeinden der westlichen Provinzen Preußens zusammendrängen. Hinsichtlich des
Nteils der Inhaberpapiere treten die großstadtreichen Gegenden (besonders Rheinprovinz,
Finanzen und Steuern
an