Metadata : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Anhaltspunkte  für  die  Beurteilung.

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Auch  schwache  Eiweiß-Trübungen  und  solche  von  Harz  und  Gummi  sind  nicht  zu
beanstanden,  da  sie  sich  nicht  immer  vermeiden  lassen.
Dagegen  müssen  größere  Ausscheidungen  von  Stärke  und  Eiweiß,  als  von  entweder
fehlerhaftem  Rohstoff  oder  fehlerhafter  Fabrikation  herrührend,  verworfen  werden.
Desgleichen  sind  Trübungen,  die  nur  von  Bakterien  und  wilden  Hofen 1 )  herrühren,
zu  beanstanden.  In  beiden  Fällen  zeigt  das  Bier  auch  einen  abnormen  Geschmack
8.  Der  Vergäruugsgrad.  Der  Vergärungsgrad  der  Biere  liegt  im  allgemeinen
zwischen  45—50  °/ 0 ;  obergärige  Biere  sind  meistens  stärker  vergoren  als  untergärige.  Biere
mit  schwachem  Vergärungsgrad  sind  durchweg  weniger  haltbar  als  stark  vergorene  Biere;
jedoch  gibt  es  von  diesen  Regeln  auch  Ausnahmen.  Jedenfalls  läßt  sich  eine  feste,  allgemein ­
  gültige  Regel  für  den  Vergärungsgrad  nicht  angeben,  da  derselbe  sehr  verschiedenen
Umständen  (dem  Rohstoff,  der  Hefe,  dem  Gärvorgang  und  dem  Geschmack  des  Publikums)
angepaßt  werden  muß.
4.  Aus  den  vorstehenden  Gründen  läßt  sich  für  den  Gehalt  an  liohmaltose  bezw.
besser  an  noch  vergärbaren  Stoffen  (S.  733)  eine  bestimmte  Grenzzahl  nicht  festsetzen.
5.  Der  Stickstoffgehalt  in  Prozenten  des  Bierextraktes  beträgt  durchschnittlich
1  °/o  und  sinkt  selten  unter  0,9  °/ 0 ;  geht  er  auf  0,6—0,7  °/ 0  herab,  so  ist  die  Verwendung
von  zuckerreichen  und  stickstoffarmen  Ersatzstoffen  wahrscheinlich.
Man  kann  den  Stiokstoffgehalt  auch  auf  Trockensubstanz  der  Stammwürze  berechnen;
diese  enthält  unter  normalen  Verhältnissen  0,4—0,5  °/ 0  Stickstoff.
6.  Der  Aschengehalt  des  Bieres  geht  selten  über  0,3°/ 0  hinaus;  ein  Mehr  kann
auf  Zusatz  von  Neutralisationsmitteln  hindeuten.
Für  den  Gehalt  an  Phosphorsäure,  sowie  für  den  an  Chlor  und  Schwefelsäure ­
  läßt  sich  eine  Grenzzahl  nicht  festsetzen;  der  Gehalt  hieran  richtet  sich  ganz  nach
dem  Gehalt  der  Stammwürze  einerseits  und  nach  dem  des  Brauwassers  andererseits.
Im  allgemeinen  schwankt  der  Phosphorsäuregehalt  im  Bier  zwischen  0,06  bis
0-09  °/ 0  und  geht  dem  Stickstoffgehalt  parallel,  so  daß  derselbe  in  Prozenten  der  Trockensubstanz ­
  der  Stammwürze  wie  letzterer  0,4—0,5  °/ 0  beträgt.
7.  Die  Gesamtsäure  des  Bieres  überschreitet  selten  eine  Menge,  die  3  ccm  Normal-Alkali
  —  bei  Weißbier  bis  zu  5  ccm  Normal-Alkali  —  für  100  g  Bier  entspricht;  geht  die
Menge  unter  1  ccm  Normal-Alkali  hinunter,  so  ist  das  Bier  der  Neutralisation  verdächtig.
Flüchtige  Säuren,  wie  Essigsäure,  sind  zwar  spurenweise  in  jedem  Bier  vorhanden, ­
  sollen  aller  in  untergärigen  Bieren  kaum  nachweisbar  bleiben.  Obergärige  Biere
^reichen  mitunter  einen  Gehalt  von  0,08  °/ 0  Essigsäure.
8.  Der  Glyzeringehalt  eines  natürlichen  Bieres  überschreitet  0,3  g  für  100  g  Bier
üicht.  Jedoch  soll  man  sich  nach  erfolgter  Wägung  von  der  Reinheit  des  analytisch
gewogenen  Glyzerins  überzeugen.
9.  Bezüglich  der  Frischhaltungsmittel  ist  zu  berücksichtigen,  daß  geringe  Mengen
schwefliger  Säure  in  jedem  Bier  verkommen  und  vom  Schwefeln  des  Hopfens  und  der
Gerste  herrühren  können;  wenn  jedoch  deren  Menge  mehr  als  10  mg  Baryumsulfat  für
100  ccm  Bier  entspricht,  so  ist  ein  künstlicher  Zusatz  zum  Zwecke  der  Frischhaltung
“es  Bieres  anzunehmen.
Spuren  von  Salizylsäure  können  von  der  Frischhaltung  von  Malz  und  Hopfen,
Puren  von  Borsäure,  wie  schon  S.  737  gesagt,  aus  dem  Hopfen  herrühren.  Mehr  als
eine  schwache  Reaktion  ist  jedoch  nicht  zulässig  und  sind  auch  die  anderen  (S.  729)  angeführten ­
  Frischhaltungsmittel,  wie  ebenso  die  Neutralisationsmittel,  künstliche  Färbungen
Und  Hopfen-Ersatzstoffe  zu  beanstanden.
tt  .  ^  Hierbei  ist  zu  berücksichtigen,  daß  mitunter  absichtlich  kleinzellige,  den  wilden
®  en  ähnliche  Hefen,  auch  Weinhefen,  angewendet  werden.
            
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