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Producte, sowie die gesellschaftliche und gerechte Vertheilung
der letzteren an die Einzelnen bewirken? Wie will ferner die
Centralleitnng, die weit leichter, als bei den jetzigen Staats-
leitungen auszuführenden und in vielfacher Weise möglichen
Unterschleife und Veruntreuungen verhindern oder ihnen vor
beugen ?
Diese Fragen beantworten sich bei ruhiger Ueberlegung von
selbst, aber noch eines Umstandes wollten wir kurz erwähnen. Die
sociale Frage ist ja erwiesenermaßen nicht blos eine Magenfragc,
sondern auch eine Machtfrage; die Erzielung des socialdemokratischen
Programms ist die Erringung der höchsten Macht und setzt einen
schweren Kampf voraus, wie wir schon ausgeführt haben. Des
Kampfes natürliche Folgen sind nicht Versöhnung, Freiheit und
Gerechtigkeit, sondern Haß, Knechtschaft und Parteilichkeit. Die
Erfahrung zeigt uns, daß kein Communismus möglich ist, ohne die
Natur des Menschen zu tyrannisiren unb die Individualität zu ver-
nichten. Der communistische Zuknnftsstaat müßte endlich schon des
wegen auf Gewalt, Unterdrückung und Unfreiheit beruhen, weil die
Durchführung des Programms nicht auf dem Wege allmähliger
Reformen, sondern auf einmal vor sich gehen muß. Von diesem
Bewußtsein sind die Führer, trotz der im Programm aufgestellten
„näheren Forderungen", und trotz der gelegentlich betonten Reformen
so durchdrungen, daß sic zu jedem Reformversuche sich ablehnend
verhalten oder denselben in einer Weise kritisiren, welche alls eine
Bekämpfung hinausläuft. Aber gerade die energische Durchführung
der als nothwendig erkannten Reformen auf socialem Gebiete wird
sich als mächtiges Hinderniß gegen die Popnlarisirung der social
demokratischen Ideen erweisen.
Jeder nur einigermaßen Dcnkfähige muß bei ruhiger vor-
urtheilsfreier ititb richtiger Betrachtung der eben aufgezählten und
der oben besprochenen, in den menschlichen Trieben liegenden
Schwierigkeiten und Hindernisse zu der Ueberzeugung gelangen, daß
dieselben durch menschliche Kräfte nicht zu überwinden sind und