17, Titel: Spiel. Wette. & 762, 1375
ROSS, Bd. 53 S. 266 ff., aber auch Urt. d. Reichsger. vom 14. Oktober 1903 Sur. Wichr.
1904 Beil. S. 38 ff., ferner die gegen erftere Entfcheidung ypolemifierenden, vielfach einjeitigen
Bemerkungen von Seeler a. a. ©. und dejjen zutreffende Widerlegung durch
Nußbaum a. a. D.; vgl. aud Dernburg $ 213 Ann, 4, Urt. d. Reichsger: vom 9. Mat
1908 und 21. Movember 1908, Kur. Wichr. 1908 S. 467, 1909 S. 59 ff.
Neber das verbotene Spiel 1. unten Bem. IV
JI. Begriffsbeitimmung, Der Begriff des Spiele8 und der Wette und inZhefondere
ie Mbgrenzung beider Begriffe war früher außerordentlich beitritten (vgl. Dernburg,
Band. und Wuntdfcheid-Ripp, Band. a. a. DO. und die dort angeführte Literatur, ferner
OS. in SiS. Bd. 6 S. 175 ff, 423 ff., Bd. 7 S. 24 ff., bayr. Oberft. LO. Bd. 3
S. 422 ff., Bd. 4 S. 635 ff, Arnheim S. 8ff., NReuber S. 36 f., Majert S. 16 ff). Die
praftifjhe Bedeutung diefer Streitfrage ift durch die im S 762 erfolgte Sleichitelung von
Spiel und Wette für das Gebiet des bürgerlichen Rechtes befeitigt. Das BOB. übers
(äßt die Begriffsbeftimmung von Spiel und Wette der Wilfenfhaft X. HI, 643, ZG. II, 356).
1. Spiel ift die EEE nad) welcher vom Eintritt entgegengefeßter Be:
dingungen af ingi BET wird, ob und in welcher Höhe ein Gewinn, dem einen oder
anderen Teile zufallen fol (über die verjchiedenen Definitionen des Spieles f. Vlanck
Borbem. IM, 1, Achilles Note 1, Fijcher-Genle Note 1 und 2, Kubhlenbetk Vorbem., Dernurg
S 211, Il, Schollmeyer S. 166, Crome S. 280 ff., Ek-Leonhard S. 564 Anm. 1,
Siiter a. a. OD. S. 45, RÖNR-Komm. Bem. 1, Urt. d. Neicdhsger. vom 4. November 1905
Sur. Wichr. 1906 S. 14ff., Urt. d. OLG. Marienwerder vom 13. Oktober 1905 Rivr. d.
LS. Bd. 12 S. 96 ff).
a) Wenn au regelmäßig für die Ent{heidung, melchem Spieler der Gewinn
yufällt, dem Zufall eine mehr oder minder einflußreiche Rolle zufommt
Jo inSbefondere bei den fog. „Glücksfpielen“), fo ift dies doch zum Begriffe
des Spieles nicht erforderlich; auch das Schachfpiel, bei dent aus-IOließlich
die Anwendung geiftiger Kräfte die Entfdheidung herbeiführt, oder
än Wettlauf mit der Verabredung, daß der Se bon Dem Unterliegenden
:ine beftimmte Summe erhält, it Spiel (ROGES. in StS. Bd. 6 S. 4928,
Sen Um IH, 1, a, Schollmener S. 166; ebenfo nunmehr auch Dernburg
Die Entfaltung irgendmelder Tätigkeit feiten8 der Teilnehmer oder
auch nur eines derfelben it nicht Borausfebung für das Vorliegen eines
Spieles (die im Anfhluß an Thöl früher mebrfach vertretene Unfchauung,
daß gerade hierin der Unterfchied zwifchen Spiel und Wette gelegen jet,
war for Jür daS gemeine Hecht fait allgemein aufgegeben, vgl. Windfcheid-Ripp,
Band. Bd. 2 8419 Anm. 3, Dernburg, Land. $ 104 Anm. 8). Dem:
JEmöß ift Spiel aud das Segen („Wetten“) am Totalifator md beim
Budmader.
“ Der Totalifator {ft die Veranitaltung des Unternehmers eines
WettrennenS, wonach bis zum Beginne des KennenS auf die anı
Rennen teilnehmenden Pferde Einfäke entgegengenommen werden,
deren Gejamtbetrag (nach Abzug der Steuer und des Gewinnanteils
‚ür den Unternehmer) verhältnismäßig unter diejenigen verteilt wird,
die auf dag fiegende Pferd gefeßt haben. Während der Totalifator
nächit als Wettbureau geduldet war, wurde ex vom Neichsgericht
NROE. in StS. Bd. 7 S. 21 N.) a8 Ölücksjpiel und daher nach Maß-Jabe
ber SS 284, 285 St@S, {trafbar erklärt. Nachdem in Preußen
dur Birkularverfügung der beteiligten Minifterien vom 30. Auguft
1886 im Interefje, der Pferdezucht und zur Verhinderung des Heimlichen
Wettens mit Buchmacdhern die Yufftellung bon Zotalifatoren
auf den KRennplägen vorbehaltlich polizeilicher Genehmigung geftattet
yurde, war der Zotalifator für Preußen al3 obrigkeitlich genehmigtes
Slücksfpiel zu erachten; vgl. hiezu ROSE. in SiS. Bd. 28 S. 401 ff.
ROSE. in 3S. Bd. 40 S, 256 ff., Urt. d. iR vom 19. Februar
1903 Bl. f. NA. Bd. 68 S. 503. Urt. d. DLG. Hamburg vom 21.
Dezember 1901 Rfpr. d. OLG. Bd. 4 S. 232 ff, Urt. d. OLG.
Dresden vom 2. Februar 1906 RKipr. d. OLG. Bd. 12 S. 275 ff.
und vom 24. Oktober 1904 Recht 1906 S. 244, Dernburg 8 211
Unm, 2, Crome 8 289 Unm. 12, Majert a. a. OD. S. 27 F. und
in8bef. Sirfchfelb a. a. OD. S. 24 ff.
„.. Yieber die Frage, ob der Betrieb eines Totalifator8 froß yolijeiliher
Genehmigung nach 88 284, 285 StGB, beftraft werden kann.
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