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echateng Abneigung oder Haß gegen das fremde
and.
Der moderne Kapitalismus ist ausschließlich patrio—
tisch aus Gewinnsucht. Er hält Vaterlandsliebe nicht
wirklich für eine Tugend, das Vaterland nicht für heilig,
denn er nimmt ja den Transvaalern, den Philippinern,
den Einwohnern von Englisch und Niederländisch Indien,
den Chinesen, den Marokkanern usw. ihr Vaterland. Er
führt Polen, Galizier, Kroaten, Chinesen ein, um die
Löhne der eigenen Landesgenossen, Kinder desselben Va—
terlandes, zu drücken.
Er fordert von der unterdrückten Klasse eine Vater—
landsliebe, die er selbst nicht empfindet. Die Vaterlands—
liebe der Bourgeosie ist Gewinnsucht und Heuchelei.
Solch eine Vaterlandsliebe ist dem kommunistischen
Proletariat sicher vollkommen fremd.
Selbstverständlich will der Arbeiter seine Sprache be—
halten, die einzige, womit er Arbeit finden kann. Aber das
ist nicht die Vaterlandsliebe, die die Bourgeoisie von ihm
oerlangt. Auch der kommunistische Arbeiter liebt die Na—
ur, das Klima, die Luft seines Landes, in denen er von
Kindheit an aufgewachsen ist. Aber auch das ist nicht die
Vaterlandsliebe, die die Bourgeoisie von ihm verlangt.
Die Vaterlandsliebe, die die Bourgeoisie dem Arbeiter
aufzwingen will, ist diese, daß er sich willig von ihr als
Kriegswerkzeug gebrauchen und sich für sie schlachten lasse,
wenn sie den eigenen Profit verteidigt oder den Profit an—
derer Kapitalisten oder das Eigentum wehrloser Völker
zu rauben versucht. Das ist die bürgerliche Vaterlands—
liebe, und diese ist den kommunistischen Arbeitern völlig
fremd. Im Sinne der Bourgeoisie hat der Arbeiter kein
Vaterland.
Der Arbeiter fragt bei allen internationalen Ver—
wicklungen: was ist das Arbeiterinteresse, und dies, dies
allein bestimmt sein Urteil
Und da nun das Klasseninteresse der Arbeiter im all—
gemeinen die Aufrechterhaltung des Friedens erfordert,
zeigt sich die Polstikder kommunistischen
Arbeiteralsdas Mittel,alleNatidnenzu
erhalten. Denn wenn der Friede fortbesteht und die
Arbeiterklasse in allen Ländern ans Ruder kommt, dann
gibt es keine Möglichkeit mehr, daß ein Land das andere
unterwirft; dann kann nur bon einem allmählichen Ver—
schwinden von Grenzen und Differenzen, auf organischem
Wege, ohne Gewalt, die Rede sein. Insoweit sichert nur