Es ergibt sich aus dieser Aufstellung, daß Österreich unter den Nachfolgestaaten in bezug
auf seinen absoluten. Anteil am Welthandel nur hinter der Tschechoslowakei zurücksteht, relativ
jedoch, das heißt. wenn man die Bevölkerungszahlen ebenfalls zum Vergleich heranzieht, in dieser
Hinsicht in Mitteleuropa den ersten Rang einnimmt. Nicht weniger interessant ist eine Tabelle,
die dem von der Wiener Arbeiterkammer herausgegebenen Wirtschaftsstatistischen Jahrbuch 1925
entnommen ist und die Ein- und Ausfuhrwerte der wichtigsten Staaten in Reichsmark pro Kopf
der Bevölkerung zusammenfaßt.
Staaten Ausfuhr
Deutsches Reich. .... 141°—
Belgien und Luxemburg 3833 53
Frankreich er Se 22526
Großbritannien und Irland 347°34
Hallen N A 71:18
Niederlande . . . 123°54
Rußland... 20:24
Schweiz. . . 433:95
Dänemark . 51261
Norwegen. . 299°831
Schweden . . 258'—
Jugoslawien *) 30°14
Österreich . . SE 17760
DOLL 36'94
RUMENeN re dr 20:43
Tschechoslowakei } 171°56
UNS NEe 2 75‘39
In bezug auf die Kopfquote der Ein- und Ausfuhr steht Österreich somit nicht nur unter
den Nachfolgestaaten unbestritten an erster Stelle, sondern übertrifft auch das Deutsche Reich
und Italien, von Rußland selbstverständlich ganz zu schweigen, Diese Tatsachen mögen als Maßstab
für den Grad des Nutzens dienen, den der ausländische Kaufmann aus dem Studium des in
vorliegendem Buche enthaltenen Adressenmaterials ziehen kann.
Die Bedeutung, die die einzelnen Zweige der Industrie für den Außenhandel besitzen, muß
nicht unbedingt dem Stärkeverhältnis entsprechen, in dem sie in Österreich vertreten sind, aber zu
zewissen Schlüssen über die Möglichkeiten, die sich in bezug auf den Außenhandel ergeben können,
wird man auf Grund solcher Angaben immerhin berechtigt sein. Der prozentuelle Anteil der
einzelnen Industriezweige an der Gesamtziffer der Arbeiterschaft war am 30. Juni 1925 laut Mit-
teilung der Arbeiterkammer (Wirtschaftsstatistisches Jahrbuch 1925) folgender:
Berg-, Hütten- und Walzwerke . .'.
Eisen- und Metallindustrie ... ....
Bau- und Baumaterialienindustrie .
Holzindustrie
Chemische und Gummiindustrie ..
Nahrungs- und Genußmittelindustrie .
Textil- und Bekleidungsindustrie . ......
Leder- und Schuhindustrie 9.
Papier- und papierverarbeitende Industrie
Prozent
6
24
24
Sa
Stärke-
verhältnis
der österr.
Export-
industrien
7
100
Von der Gesamtzahl der Arbeiter waren im Jahre 1926 3582% in Wien beschäftigt.
Statistisch‘ erfaßt wurden die in unfallversicherungspflichtigen Unternehmungen beschäftigten
Arbeiter, ‚deren Gesamtzahl mit 537.270 angegeben war. Auch bei dieser Ziffer, ebenso wie bei den
absoluten Zahlen, die für die Arbeiterschaft in den einzelnen Industriezweigen nachstehend mit-
geteilt werden, hat man sich die Tatsache vor Augen zu halten, daß sich diese Angaben auf ein
Land von weniger als 6% Millionen Einwohnern beziehen und demnach einen hohen Grad von
{ndustrialisierung veranschaulichen, Es ist natürlich völlig ausgeschlossen, genau alle diejenigen
Branchen zu umschreiben, für deren Produkte sich ein Auslandsinteresse gezeigt hat oder zeigt,
da der Grad eines solchen Interesses in Bezug auf jeden einzelnen Artikel „veränderlich ist und
von Konjunkturschwankungen, Tarifänderungen, Abschluß von Meistbegünstigungsverträgen USW.
abhängt. Von. praktischem Wert wäre eine solche, auf alle Einzelheiten Bedacht nehmende Dar-
stellung sehon. deshalb nicht, weil jeder Kaufmann die Frage, welche Artikel für ihn in Betracht
kommen können, für sich. selbst löst. Die nachfolgende Aufzählung der wichtigsten KExport-
industrien, der zur Veranschaulichung ihrer relativen ERS die Zahl der beschäftigten Arbeiter
beigegeben ist, kann daher weder erschöpfend sein, noch HE DE BE en San
gehen, sondern soll darauf beschränkt bleiben, einen ungefähre ck über das in
stehende Gebiet zu geben.
a %) Kopfquote pro 1928.
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Y
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