fullscreen : Die Handelspolitik und Handelsbilanz Österreich-Ungarns

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Richard  Schüller.

weiter  herabgesetzt  werden..  Dazu  kommt,  als  preissteigernde
Ursache  von  größter  Bedeutung,  die  wachsende  Organisation  der
Produzenten  und  des  Handels.  Während  früher  die  ungeregelte
Konkurrenz  nach  Zeiten  steigender  Preise  immer  wieder  Preisstürze ­
  herbeiführte,  werden  durch  die  wirtschaftlichen  Organisationen, ­
  die  sich  so  rasch  ausgebreitet  haben,  Erhöhungen  der
Preise  energischer  als  früher  durchgeführt,  Ermäßigungen  aber
verhindert  oder  abgeschwächt.
Die  durch  die  angeführten  Momente  verursachte  Teuerung
ist  durch  die  Verstärkung  des  Zollschutzes  verschärft  worden.
Die  Getreidezölle  wurden  zu  einer  Zeit  erhöht,  in  der  die  Weltmarktpreise ­
  des  Getreides  gestiegen  sind,  die  inländische  Produktion ­
  dem  Bedarf  nicht  mehr  genügt  und  die  Landwirte  durch
kaufmännisch  richtigeres  Vorgehen  beim  Verkauf  ihrer  Produkte
die  vorhandenen  Absatzmöglichkeiten  besser  als  vordem  ausnützen. ­
  Über  das  so  gegebene  Niveau  hinaus  werden  die  Preise
durch  die  höheren  Zölle  hinaufgesetzt.  Die  durch  die  Einfuhrbeschränkungen ­
  verursachte  Verteuerung  der  Fleischpreise  kann
nicht  zahlenmäßig  ausgedrückt  werden,  weil  weniger  die  Zollsätze
als  die  Einfuhrverbote  in  Betracht  kommen,  die  auch  schon  vor  dem
Jahre  1906  bestanden.  Die  Entwicklung  der  Vieh-  und  Fleischpreise ­
  gestaltete  sich  seit  dem  Jahre  1906  in  folgender  Weise:
Ende  Juni  1906  betrug  der  Durchschnittspreis  der  Mastrinder
79  Kronen  für  100  Kilogramm  Lebendgewicht,  der  allgemeine
Rinderpreis  75  Kronen.  Der  Fleischpreis  war  damals  schon  seit
längerer  Zeit  160  Heller  per  Kilogramm.  In  der  zweiten  Hälfte
des  Jahres  1906  stieg  der  Mastrinderpreis  und  hielt  sich  von
Ende  Juli  an  über  90  Kronen.  Auch  der  allgemeine  Rinderpreis
bewegte  sich  nach  aufwärts  und  überschritt  an  mehr  als  der
Hälfte  aller  Markttage  des  zweiten  Semesters  80  Kronen;  der
Fleischpreis  erhöhte  sich  von  160  auf  170  Heller.  In  den  Jahren
1907  bis  1909  und  im  ersten  Halbjahr  1910  zeigte  der  Rinderpreis ­
  eine  rückläufige  Tendenz,  während  der  Fleischpreis  ziemlich ­
  stationär  blieb  und  Mitte  Juli  1910  166  Heller  betrug.  Im
zweiten  Halbjahr  1910  und  zu  Beginn  des  Jahres  1911  erfuhr
zunächst  der  Preis  für  Mastrinder  eine  über  90  Kronen  hinausgehende ­
  Steigerung  und  erreichte  im  Jahre  1910  fünfmal  eine
Höhe  von  über  100  Kronen.  Der  allgemeine  Rinderpreis  stieg
            
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