Strukturwandlungen der Weltwirtschaft
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Verteilung der Tonnage auf die Flaggen beträchtlich verändert: für Eng-
land von 39,1 auf 30,1 %, die Vereinigten Staaten von 10,9 auf 23,7 U
Japan von 3,5 auf 6,1%, Frankreich von 4,7 auf 5,4 %» Deutschland
von 11,1 auf 4,8 %, Italien von 3,4 auf 4,7 %, Holland von 3 auf 4%,
Norwegen von 5,1 auf 3,5 %. Die Schiffsneubauten erreichten im
Jahre 1919 mit einer Steigerung von 215 %, gegenüber dem Jahre 1913
ihren Höhepunkt. Im Jahre 1921 waren es nur noch 130 9%, während das
Verhältnis in den Jahren 1924 und 1925 auf 70 und 65%, herabging.
Die Stapelläufe und Auftragbestände für das erste Halbjahr 1926 lassen
auf eine weitere Reduktion schließen. Wie in der Vorkriegszeit liegt auch
heute der Schwerpunkt des Schiffbaues in England (1913: 58 %, 1925:
50 %) und in Deutschland (1913: 14%, 1925: I9 °/), während die
Vereinigten Staaten und Japan ihre im Kriege gewonnene Position zum
Teil wieder verloren haben. Bemerkenswert sind die Fortschritte, die
Italien im Schiffbau macht. Mit Hilfe umfassender Subventionen ist
es diesem Lande gelungen, im Jahre 1925 mit 6,5 %, der Schiffsbauten
an dritte Stelle zu rücken. Es ist anzunehmen, daß sich diese Umgestal-
tung in den nächsten Jahren noch stärker ausprägen wird.
Im Hinblick auf die qualitativen Verschiebungen ist zunächst fest-
zustellen, daß die »Linienschiffahrt« gegenüber der »Trampschiffahrt«
eine Zunahme von 60 auf 80 %, gegenüber der Vorkriegszeit erfahren
hat, eine Entwicklung, deren Anfänge in der Vorkriegszeit liegen. Mit
dieser Bewegung gleichlaufend ist ein Rückgang des Anteils der Segel-
schiffflotte an der Welttonnage von 7,7 auf 3,2 % (1926) verbunden.
Für die eigentliche Weltschiffahrt ist die Rolle der Segelschiffe offenbar
ausgespielt. Hinsichtlich der nach Abzug der Segelschiffflotte verblei-
benden Handelstonnage ist eine Trennung unter Zugrundelegung des
Heizstoffes (Kohle, Öl) einerseits, der Antriebsmaschine (Dampfmaschine,
Motor) anderseits von entscheidender Bedeutung. Während in den
letzten Vorkriegsjahren die Zahl der Schiffe mit Ölfeuerung nicht nennens-
wert war, betrug sie im Jahre 1925 bereits annähernd 30 %, der Gesamt-
tonnage, gleichzeitig hat die Motorschiffahrt ihren Anteil von 1,6 auf
4,2 °/, erhöht. Für die weitere Zukunft ist zu beachten, daß 1925 und
im ersten Halbjahr 1926 die Anzahl der im Bau befindlichen Motor-
schiffe die Zahl der im Bau befindlichen Dampfer fast erreichte.
Weiterhin ist hervorzuheben, daß die durchschnittliche Größe der
Schiffe im letzten Jahrzehnt gestiegen ist, und zwar der Dampfer und
Motorschiffe um 15 %, der Segelschiffe um 5 %,. Ferner, daß der An-
teil der nicht zahlreichen Schiffe mit einer Geschwindigkeit von mehr
als ı2 Seemeilen innerhalb der Gesamttonnage um 2,7 %, gefallen ist.
Was die Intensität und Richtung des Verkehrs betrifft, ist zunächst
die Tendenz verlängerter Beförderungswege hervorzuheben, eine