Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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Kapital  gegründet.  In  dieser  Hinsicht  bildete  sie  mit  der  Donez-Jurjewka-Aktiengesellschaft
  und  Pastuchow  die  einzige  Ausnahme.
Eine  rein  russische  Kapitalanlage  'blieb  sie  aber  nicht  lange.  Schon
im  Jahre  189  L  wurden  ihre  Aktien  durch  die  „Banque  de  Brabant“
in  Belgien  verbreitet 1 .  Seitdem  zirkulieren  die  Brjansk-Aktien  an
ausländischen  Börsen,  besonders  stark  in  Belgien.  Am  Ende  der
90  er  Jahre  spielt  dann  eine  französische  Gesellschaft,  die  „Societe
General  de  Paris“,  eine  bedeutende  Rolle  selbst  in  der  Leitung  der
Gesellschaft 1  *  3 .  Die  Gesellschaft  wurde  mit  einem  Aktienkapital  von
400  000  Rubel  gegründet;  seitdem  erlitt  das  Aktienkapital  mehrfache
Veränderungen  und  Vergrößerungen.  Bis  Ende  der  90  er  Jahre
fanden  solche  achtmal  statt,  sodaß  das  Aktienkapital  im  Jahre  1900
eine  Höhe  von  12  087  500  Rubel  erreichte.
Die  Rentabilität  der  Gesellschaft  war  anfänglich  keine  besonders
große.  Das  Bild  veränderte  sich  aber  seit  Mitte  der  90er  Jahre.
Hohe  Dividenden  sprechen  für  große  Rentabilität,  und  so  scheint
es  um  so  überraschender,  daß  gerade  im  Jahre  1899,  das  überhaupt
für  die  ganze  südrussische  Eisenindustrie  sehr  günstig  war,  die
Gesellschaft  die  ausgegebenen  Dividenden  auf  die  Hälfte  verminderte
und  im  Jahre  1900  schon  keine  mehr  zahlte.  Die  Sache  erklärt
sich  aber  durch  die  ganze  Art  der  Dividendenausschüttung.  Die  Gesellschaft ­
  hat  in  der  Periode  1895—1900  allein  10125000  Rbl.  Prämien
auf  drei  ausgegebene  Dividendenserien  eingenommen.
Dazu  sind  noch  die  bedeutenden  Summen  zu  rechnen,  welche
sich  als  unmittelbarer  Profit  aus  dem  Börsenspiel  ergaben.  Cordewecner
  berechnet  alle  diese  Summen  zusammen  auf  37000000  Eres.
(12  700000  Rbl.),  während  die  Summe  der  ausgeteilten  Dividenden
von  1895—1900  bloß  9  931000  Rbl.  betrug.  Die  Prämien  deckten
allein  reichlich  die  ausgeteilten  Dividenden;  trotzdem  übernahm  die
Gesellschaft  in  denselben  Jahren  noch  zwei  große  Obligationen.
Schon  aus  der  Vergleichung  dieser  beiden  Tatsachen  ist  klar
ersichtlich,  daß  die  ausgegebenen  Dividenden  in  bedeutendem  Maße
Ergebnis  von  Börsenspekulationen  sein  mußten 8 .
Die  zweite  Gesellschaft,  welche  im  Jekaterinoslaw-Gebiete  gegründet ­
  wurde,  ist  die  Dnjepr-Akt.-Ges.  (Dnieprovieune).  Sie  wurde
im  Jahre  1887  mit  einem  Gesamtkapitale  von  5000000  Rbl.  von  der
„Societe  des  acieries  de  Varsovie“,  von  der  belgischen  Gesellschaft
„J.  Coquerille“  und  von  der  französischen  Gesellschaft  „Praga“  gegründet. ­
  Die*  Gründer  brachten  nicht  nur  bares  Geld  mit,  sondern
auch  die  für  die  Gesellschaft  sehr  wichtigen  Gruben  und  andere
Einrichtungen.  So  hat  die  Gesellschaft  Coquerille  die  reichsten

1  TraseDster,  a.  a.  O.,  S.  166.
*  Cordeweener,  a.  a.  O.,  8.  63.
3  Cordeweener,  a.  a.  O.,  S.  210.
            
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