Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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sich  Jekaterinoslaw  sehr  rasch  zu  einer  bedeutenden  Industriestadt
entwickelt,  die  ein  Dutzend  verschiedener  Maschinenfabriken,  Walzwerke ­
  usw.  besitzt.
In  dieser  Gegend  wurden  die  ersten  Eisenwerke  die  die  neue
Ara  der  südrussischen  Industrie  kennzeichneten,  errichtet.  Als  erstes
erscheint  die  Brjausk-Aktiengesellschaft.  Sie  erbaute  im  Jahre  1885,
bald  nach  der  Eröffnung  der  Eisenbahnlinie  Jekaterininskaja,  in  der
Nähe  der  Stadt  Jekaterinoslaw  das  Eisenwerk  Alexander.  Die  Gesellschaft ­
  selbst  war  schon  im  Jahre  1876  gegründet  und  hatte  damals
das  Eisenwerk  an  der  Desna  in  der  Nähe  der  Stadt  Beschitza  errichtet. ­
  Nachdem  aber  in  Krivoj-Rog  reiche  Eisenerze  gefunden
und  der  Bau  der  Jekaterininskajalinie  vollendet  war,  verlegte  sie
ihre  Tätigkeit  nach  Süden.  Im  Jahre  1885  wurde  das  schon  früher
erwähnte  Grundstück  bei  der  Stadt  Jekaterinoslaw  von  der  Krivoj-Rog-Aktiengesellschaft
  angekauft.  Im  Jahre  1887  wurde  der  erste
Hochofen  in  Betrieb  gesetzt.  Viele  Maschinen  und  sonstige  Einrichtungen ­
  wurden  im  Beschitza-Werk  angefertigt  und  direkt  per
Schiff  auf  dem  Dniepr  dorthin  gebracht 1 .  Es  entstand  also  von
Anfang  an  ein  lebhafter  Verkehr  zwischen  den  beiden  Eisenwerken
der  Gesellschaft,  der  die  Form  der  Arbeitsteilung  annahm,  da  das
zweite  mit  der  Roheisenproduktion  sofort  anfing,  während  das  erste
immer  reines  Walzwerk  blieb.
Nachdem  das  Alexanderwerk  erbaut  worden  war,  bemühte  sich
die  Gesellschaft,  sich  unabhängig  vom  Rohstoffmarkte  zu  machen.
Man  schloß  deshalb  langfristige  Verträge  mit  den  Eisenlagerbesitzern
und  kaufte  die  nötigen  Steinkohlengruben.  In  dieser  Art  wurden
Kontrakte  mit  verschiedenen  Grundbesitzern  von  Krivoj-Rog  1889,
1895,  1896  und  später  abgeschlossen,  was  die  Lage  der  Gesellschaft
sehr  verstärken  mußte.  Das  beweist  auch  die  Tatsache,  daß  die
Gesellschaft,  während  sie  im  Jahre  1889/90  für  Eisenerze  19 1 / 2 Kop. 1
pro  Pud  bezahlen  mußte,  später  dieselben  Eisenerze,  aber  aus  den
eigenen  Gruben,  nicht  teurer  als  mit  7—8 1 / 2  Kop.  zu  bezahlen
brauchte.  Im  Jahre  1893  kaufte  die  Gesellschaft  ein  großes  Grundstück ­
  mit  reichen  Steinkohlenlagern  bei  Almasnaja 1  2  im  Donezbassin,
was  die  Möglichkeit  gab,  ausschließlich  mit  eigenen  Rohstoffen  zu
arbeiten.
Was  die  Produktion  betrifft,  so  ist  das  Alexander-Werk  hauptsächlich ­
  ein  Schienenwalzwerk.  Seine  Schienenproduktion  betrug
Anfang  der  90er  Jahre  nicht  weniger  als  70°/ 0 ,  Ende  der  90er
Jahre  55  bis  60°/ 0  der  Gesamtproduktion.
Am  interessantesten  ist  die  Finanzgeschichte  der  Gesellschaft.
Die  Brjansk-Aktiengesellschaft  war  ausschließlich  mit  russischem

1  Tie  me,  a.  a.  0.,  Goto.  Journ.  1889,  I,  S.  34.
2  Tieme,  a.  a.  O.,  Goto.  Journ.  1897,  IV,  8.  174.
            
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