Object: Der historische Materialismus

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Die Antwort ist hier noch viel klarer als beim ersten 
Beispiel. 
Die Großindustrie hat Millionen Proletarier ge— 
schaffen, die, solange das Privateigentum au Produktious 
mitteln bestehen bleibt, nie zum Besitz und zur Wohlfahrt 
gelangen können. Wenn aber das Privateigentum in ge— 
meinsames Eigentum umgewandelt wird, dann steht ihnen 
der Weg zur Wohlfahrt offen. Deshalb sind sie Sozia— 
listen geworden 
Außerdem haben Krisen und Ueberproduktion und in 
letzter Zeit die Trusts mit ihrer alles verschlingenden Kon— 
kurrenz und ihrer Einschränkung der Produktion — die 
alle unmittelbar aus dem heutigen Privatbesitz der Pro— 
duktionsmittel hervorgehen — so verhängnisvoll auf den 
Mittelstand gewirkt, daß auch dort viele den Gemeinbesißz 
als einzige Rettung aus der Not betrachten und Sozialisten 
werden. 
Im Sozialismus liegt der unmittelbare Zusammen— 
hang zwischen der Aenderung der Produktivkräfte und 
Produktionsverhältnisse und der Aenderung im Denken 
klar auf der Hand. 
Ist es ein Gott, der uns den Sozialismus in den 
Kopf gesetzt hat? Ist es ein mystischer Funke, ein heiliger 
Geist? Ein Licht, das Gott uns gezeigt hat, wie manche 
christlichen Sozialisten uns wollen glauben machen? 
Ist es unser eigener freier Geist, der uns diesen herr— 
lichen Gedanken aus seiner eigenen Vortrefflichkeit heraus 
erzeugt hat? Ist es unsere besonders erhabene Tugend, 
eine geheimnisvolle Kraft in uns, der kategorische Impe— 
rativ Kants? 
Oder ist der Teufel, der uns die Begierde nach ge— 
meinschaftlichem Besitz eingeflößt hat? Letzteres behaupten 
wieder andere Chrisften 
Nichts von alledem. Es ist die Not, die gesellschaft— 
liche Not 
Diese Not kommt daher, daß die neuen Produktiv— 
kräfte innerhalb der Zwangsjacke der alten Eigentumsver— 
hältnisse des früheren Kleinbetriebs verheerend in den 
Kreisen der Arbeiter und der Kleinbürger wirken. Die 
Lösung durch den Sozialismus findet sich von selbst, weil 
jeder Arbeiter und mancher Kleinbürger fühlen und ver— 
stehen kann, daß diese Verheerung aushören würde, wenn 
wir gemeinsam die Produktionsmittel besäßen. Die Ar— 
beit ist ja schon gemeinsam. Die Lösung der Schwierig— 
keiten durch gemeinsamen Besitz liegt also auf der Hand.
	        
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