Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

1. Ķap. Vom Güteraustausch im allgemeinen. 
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zum mindesten der Binnenhandel nur geringe Ausdehnung gewinnen. 
Ņ^enn es sich darum handelt, zu bestimmen, ob eine Gegend oder eine Stadt 
şich für die Production einer bestimmten Ware eignet, so kommt es nicht 
şowohl auf die Höhe der Kosten an sich an als darauf, wie hoch sich ba= 
şbļôst die Herstellungskosten der betreffenden Erzeugniffe im Vergleich zu den 
andern Orten erwachsenden stellen. So können gewisse fruchtbare Lände- 
ìeien in der Nähe von Städten viel mehr zur Viehzucht und Waldcultur 
^eignet sein als andere entfernter gelegene und weniger fruchtbare Territorien. 
Dessenungeachtet wird man Vieh und Holz von diesen beziehen, da die frucht- 
aren Ländereien in der Nähe von Städten einen größern Ertrag liefern, 
^enn sie zur Handelsgärtnerei und zur Milchwirtschaft verwendet werden, 
^îe Bewohner der Umgegend von Palermo und Messina ziehen es vor, 
^rangen und Citronen für die Ausfuhr nach Deutschland und England zu 
^ultiviren und ihr Getreide aus dem Innern der Insel zu beziehen, obgleich 
he das letztere in reicher Fülle auf ihren eigenen Grundstücken ernten könnten 
nur aus dem Grunde, weil sich die Cultur der Agrumen besser lohnt. 
. àtzen sich noch viele Beispiele dieser Art beibringen, aus welchen man 
km Gesetz der verhältnißmäßigen Einträglichkeit ableiten kann, 
ebenso auf den Güteraustausch innerhalb eines Landes als auf den inter 
nationalen Güterumlauf Anwendung findet. Auch gilt das Gesetz in gleichem 
^ aße, mie in Bezug auf Ergiebigkeit einer Gegend, auch in Bezug auf die 
^àhigkeit eines Menschen zur Vornahme gewisser Arbeiten und zur Erfüllung 
E'Nes Berufs. Ein tüchtiger Arzt wird seine Arzneien nicht selbst verfertigen, 
n wohl er sich sehr gut auf deren Herstellung versteht. Er überläßt dies dem 
potheker, wenn dieser auch die doppelte Zeit auf die Bereitung verwenden 
f'A e \ Ņrzt kann eben seine Zeit besser und einträglicher verwenden, als 
^ mit der Zurichtung von Medicamente» zu befassen, 
fi* dem im vorstehenden über den Güteraustausch Gesagten ergeben 
. nod) zwei Wahrheiten. Zunächst steht so viel fest: je größere Unter- 
^ in der Productibilität zweier verschiedenen Gegenden in Bezug auf 
baisse Erzeugnisse bestehen, um so bedeutender ist der aus dem Güteraustausch 
l> beiden erwachsende Vortheil. So wird der Handel zwischen Gegenden 
^ Völkern, die hinsichtlich ihrer natürlichen Beschaffenheit resp. ihrer &t= 
be su^ en protze Aehnlichkeiten aufzuweisen haben, nicht so lebhaft sein wie 
u Güteraustausch zwischen Gebirgs- und Flachländern, mineralreichen Gegenden 
Mittelpunkten der Textilindustrie, heißen Gegenden und kalten Regionen. 
^ Der Handel zwischen Italien und Spanien, die beide reich an Weinen und 
^.uofrüchten sind, hat sich dementsprechend bei weitem nicht so rege gestaltet, 
zwischen einem jeden dieser Länder und Frankreich bezw. Deutschland 
tle bene factisch ist oder vielmehr sein sollte, wenn eine sachgemäße Handels-
	        
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