Full text: Der historische Materialismus

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Religion, jede neue Technik, Wissenschaft und Kunst hat 
Teile alUler vorigen in sich, sogar der ältesten. Die 
menschliche Kultur ist das Werk der ganzen Menschheit, die 
neueste kommt nicht nur aus allen vorigen hervor, sondern 
n der neuesten ist etwas von der ältesten bewahrt. Sehr 
schön sagt Dietzgen: „Was die Geschichte ans Tageslicht 
ordert, entwickelt sich historisch, wächst und vergeht, um in 
erneuter Form ewig weiter zu leben.“ 
Recht und Politik jedoch werden einmal, wie wir 
sahen, verschwinden, die Religion ist eine Wahnvorstellung 
der Wirklichkeit, Kunst nur eine Nachbildung von ihr — 
Mein die Abeit, das heißt also, die Technik und die Wis— 
senschaft sind bletbend un d reell. 
Daher besteht in der Technik und in der Wissenschaft, 
im Großen gesehen, ein ewiger Fortschritt, ein immer tie— 
seres Graben und ein immer höheres Steigen, eine immer 
Deilexe Ausbreitung, weil alles, was sie gaben, von den 
Spaͤleren gebraucht wird zum Neuen. Auf diesen zwei Ge— 
bieten allein ist eine endlose Entwicklung. 
Zweilte Bemerkung. 
Wir wollen diesen Teil beenden mit einigen Sätzen 
von MNarx selbst, in welchen er mit seinem immer bis zur 
Wurzel durchdringenden Geiste das Wesen der Religion 
erklärt 
Der Anfang jeder Kritik der Religion lautet: Gott 
schuf nicht den Menschen, sondern der Mensch schuf die 
Gottheit.“ 
Die Aufhebung der Religion als des illusorischen 
Glückß des Volkes ist die Forderung seines wirklichen 
Glucks Die Forderung, die Illusion über seinem Zustand 
aufzugeben, ist die Jorderung einen Zustand aufzugeben, 
der der Ausionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also 
n Keim die Kriu des Jammertales, dessen Heiligenschein 
die Religion ist“ 
Die Religion ist das Selbstbewußtsein und das 
Selbsigefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch 
nicht erwotben oder schon wieder verloren hat.“ 
Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich 
um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich 
selbst bewegt.“ 
Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß 
der Meusch das hoöchste Wesen für den Menschen sei, also 
nn dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzu—⸗ 
werfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknech— 
tetes, ein verlassenes, ein berachtliches Wesen ist.
	        
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