Für die Verwaltung von Post, Telegraph und Telephon ergibt sich nach der Übersicht auf
S_ 397 für das bearbeitete Nachkriegsjahr ein ausgeglichenes Budget. Lediglich die Investierungen
mußten durch Emission einer Anleihe bzw. Vorschüsse des Tresor finanziert werden. Das Postbudget
geriet infolge des Krieges aus dem Gleichgewicht, Es ergab sich ein beträchtliches Defizit, das
1920 ...7:00C24.02++- 186 Millionen Ir. |. 1928 4.0.04 e.040.0 44 12 Millionen fr.
SE EA
betrug. Die für Investierungen aufgewandten Beträge, die vorwiegend durch Vorschüsse des Tresor
gedeckt wurden, stellten sich
1920 auf 149 Millionen fr. 1923 auf 164 Millionen fr.
1921»: 165 » » 1924 » 250 » »
1922 » 148 » » 1925 » 504 »
Der Umschwung, der in den Betriebsergebnissen der Post-, Telegraphen- und Telephonverwaltung
seit dem Jahre 1923 eintrat, war die Folge einer tiefgreifenden Reform. Die Portogebühren wurden
erhöht, und die Post-, Telegraphen- und Telephonverwaltung wurde autonom. Ihr Budget erscheint
seitdem als Anhang zu dem Budget General und gestattet einen wesentlich klareren Einblick in ihre
finanziellen Verhältnisse als vorher. Vor allen Dingen zeichnet sich dieses Budget dadurch aus, daß den
Betriebskosten die normalen Einnahmen gegenüberstehen, während getrennt davon die Ausgaben für
Neuanlagen durch Anleihen oder Tresorvorschüsse gedeckt werden.
In dem Abschnitte »Private Eisenbahnen«!) wurde bereits dargelegt, inwieweit der französischen Regie-
rung aus der Neuregelung des gesamten französischen Eisenbahnwesens finanzielle Lasten entstehen.
Man kann in der straffen Organisation und der Staatsaufsicht über das gesamte Eisenbahnwesen sowie
besonders in der Einrichtung des Fonds Commun eine Vorstufe zu der völligen Verstaatlichung des
französischen Eisenbahnwesens erblicken. Im Rahmen dieses Kapitels interessiert als staatlicher Erwerbs-
betrieb lediglich die französische Staatseisenbahn, die sowohl vor als auch nach dem Kriege ein Zuschuß-
betrieb ist. Zur Ergänzung der in der Übersicht auf S. 397 gemachten Angaben dienen folgende Ziffern.
die dem »Inventaire« entnommen sind:
Ergebnisse der französischen Staatseisenbahn.
(— Defizit, + Überschuß)
Tahr Reine Betriebs- Zinslasten Gesamt-
ergebnisse USW. ergebnisse
IB re + 47,4 131,4 — 84,0
1920 4er re — 521,0 206,0 — 727,0
1931 ie — 440,7 201,9 — 642,6
19 re — 152,8 229,9 — 382,7
U a — 126,9 301,0 — 427,9
1924 (Voranschlag).......- + 32.0 293,0 — 261,0
Das Budget der Eisenbahn für Elsaß-Lothringen ist von dem der französischen Staatsbahn getrennt.
Während diese, wie erwähnt, mit einem Defizit abschließt, erzielt die Eisenbahn Elsaß-Lothringens etat-
mäßig einen Überschuß (vgl. die Übersicht 5. 397).
Ebenso wie in Großbritannien gibt es in Frankreich für die Bedürfnisse der verschiedenen Staats-
behörden eine Staatsdruckerei (Imprimerie Nationale). Ihr in den Tresor fließender Betriebsüberschuß
ist auch hier lediglich als Verrechnungsposten anzusehen.
Der Etat der französischen Staatsdruckerei stellt sich in großen Zügen für 1925 wie folgt:
. Einnahmen Ausgaben
Für Rechnung der Ministerien und in 1000 fr, Gehälter der Beamten und An- in 1000 fr
sonstiger öffentlicher Verwaltungen gestellten ...-..+ 0000 W 2.167
ausgeführte Druckaufträge „722 39600 Bürounkösten ... 24 ıuhe een a 66
Desgl. für Private ......-.-+=+11+" 554 Unterhaltung der Gebäude ....... 30
Sonstige Einnahmen ......++++++++ 994 Arbeiterlöhne. ...,-...0...4.4.0 34105
Materialkosten... 4.000.404 19 000
Betriebsanlagen ............«+-- 1.030
Sonstige Ausgaben ............-+ 1640
Überschuß (an den Tresor abzuführen) 3110
41 148 41 148
1) Vgl. Kapitel »Wirtschaft« 8, 3791
401
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