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Erwägung treten lassen, eine Einschränkung des Zuckerrübenbaues
augenblicklich vorzunehmen. Ich bitte aber, doch auch diese andere
Seite nicht außer achr zu lassen, daß gerade die Nährstosfe sowohl sur
die Menschen wie für das Vieh in größerer Masse durch kein anderes
Mittel hervorgebracht werden können als durch die Zuckerrübe, ^ch
verweise auf die Zuckerrübenblätter, die das beste Vichsutter sind, ich
verweise aus die Schnitzel, ich verweise aber insbesondere gerade
darauf, daß Zucker sich als ein besonders wertvolles Nahrungsmittel
für Menschen und auch für das Vieh herausgestellt hat. . . ."
Fuhrmann, Abgeordneter (n a t. - l i b.): „. . . Wie
der Herr Vorredner bedaure auch ich, daß eine gewisse Ein
schränkung des Zuckerrübenbaues sich als notwendig
herausgestellt hat, da die Tatsache unbestreitbar ist, daß für die
Flächeneinheit keine andere Frucht mehr Nährstoffe für Mensch und
Tier produziert als die Zuckerrübe. Wir werden ja nun den Tat
sachen und ihrem Zwange zu folgen haben und darauf sehen müssen,
daß das Quantum an Zuckerrüben, welches wir noch produzieren
können, in nutzbringendster Weise für uns verwertet wird, sei es für
menschliche, sei es für tierische Nahrung. Und wenn die Z u s e tz u n g
vonZuckerbeiderBrotbereitung einmal in Frage kommen
sollte, dann würde ich den Herrn Landwirtschaftsminister bitten, nach
Mitteln und Wegen zu suchen, um die Milderung, die in der hohen
Zuckersteuer für diese Maßregel liegt, nach Möglichkeit zu beseitigen.
Ich weiß, daß es sehr schwer werden wird. Beim Viehfutter haben
wir das einfache Mittel, daß wir durch Denaturierung, durch Bei
mengungen den Zucker für menschlichen Gebrauch ungenießbar
machen; es wird sich schwer ein Weg finden, um den Bäckern den
Zucker zuzustellen, ohne daß ein Mißbrauch entsteht und doch ein
niedriger Preis des Zuckers für den Zusatz zur Brotbereitung in .
Frage kommt. . . ."
vr.v. Woyna, Abgeordneter (freikons.); „...Wegen
be§ Kornbedarfs unseres Volkes ist der Vorschlag ge
macht worden, den Zuckerrübenanbau einzuschränken. Meine
politischen Freunde sind mit dieser Einschränkung bis zu einem
gewissen Grade einverstanden. Wir meinen, daß der Satz von 2b %
angemessen ist; es wird den Rübenwirtschaften nicht schädlich sein,
wenn 25 % des Areals, das bisher mit Rüben bestellt war, einmal ein
Jahr lang Ruhe haben werden. Schon jetzt gehen wir in Hannover
und Sachsen einer sehr bedenklichen Rübenmüdigkeit des Bodens
entgegen. . .
vr. Frhr. v. Schorlemer, Landwirtschafts-
minister: „. . . Uber den Zuckerrübenbau habe ich bereits