Geyer 2
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Periode deutschen Wirtschaftslebens von 1870 ab bis in die
neueste Zeit graphisch dar, so würde eine Kurve zustande kom
men, die z, B. in den ersten drei Jahren bis 1873 mächtig
steigend emporstrebt, um dann eben so jäh wieder abzufallen;
am Schluß der 70iger Jahre würde sie durch einen fast ebenen
Verlauf die allgemeine Stagnation im deutschen Wirtschaftsleben
kennzeichnen. Diese Kurve verglichen mit der die allgemeinen
Fortschritte der deutschen Bankenkonzentration darstellenden
graphischen Linie ergibt ein umgekehrtes Bild: der allgemeine
wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands in den ersten Jahren
nach dem großen deutsch-französischen Kriege bewirkte, wie in
Handel und Industrie, so auch in dem deutschen Bankwesen
eine gewaltige Dezentralisation, wie sie in den Massengrün
dungen der Jahre 1871/72, die meistenteils jeder gesunden
Grundlage entbehrten, deutlich zutage tritt. Die bereits be
stehenden Banken suchten durch Neugründungen, durch Kom-
manditierungen bestehender Bankfirmen, oder durch Filialgrün-
dungen ihrem Geschäftsbetrieb eine erweiterte Basis zu ver
schaffen, während zu gleicher Zeit neue Privataktienbanken, in
nur zu großer Zahl überall erstanden. Dieser gewaltige Auf
schwung zeigt äußerlich eine dezentralisierende Tendenz, die
jedoch im Innern einer mächtigen Konzentration Vorschub leistete.
Kaum waren die schweren Krisenjahre von 1872/73 gekom
men, als auch den schwächeren Elementen unter den neuen
Bankgründungen, die fast alle auf Agio-Gewinn angewiesen
waren, der Atem ausging; die zu schwach fundierten Unter
nehmungen stürzten zusammen. Was sich einigermaßen halten
konnte, mußte später der Konkurrenz der älteren, auf fester
Basis stehenden Bankinstitute weichen, oder Anlehnung an
stärkere Banken suchen. Sie liquidierten.
Den nach Konzentration strebenden Großbanken konnte
es alsdann nicht schwer fallen, diese sich fest anzugliedern. So
lassen sich noch des öftern bei der Einzelbetrachtung der kon
zentrationstechnischen Entwicklung der badischen Kreditbanken
— zum Teil neben andern Beweggründen — doch fast immer
d e se beiden Hauptkonzentrationstendenzen finden: