Full text : Richtsätze der Landesfinanzämter für die Einkommensteuerveranlagung der nichtbuchführenden Handwerker im Frühjahr 1927

Schlosser

VIL Die wirtschaftliche Lage.
Die wirtschaftliche Lage des Schlossergewerbes ist in den letzten Jahren von Monat zu
Monat schlechter geworden. Z. B. hat im vergangenen Jahre die Schlosserinnung Breslau etwa
20 fruchtlose Pfändungen wegen rückständiger Innungsbeiträge vorgenommen. Diese schlechte
Lage ist auf verschiedene Tatsachen zurückzuführen.
Neben der allgemein gesunkenen Kaufkraft und der Verarmung der breiten Masse hat zu
dieser Entwicklung vor allen Dingen die Zwangsbewirtschaftung der Grundstücke beigetragen,
indem durch den teilweisen Ruin des Hausbesitzes die einzelnen Hausbesitzer nur die allernotwendigsten
 Arbeiten und Reparaturen ausführen lassen. Vor allen Dingen aber haben die
Regiearbeiten der Kommunen und die in eigener Rechnung ausgeführten Arbeiten der Siedlungsenossenschaften
 dem selbständigen Handwerker immer mehr Arbeit entzogen oder immer mehr
die Schleuderkonkurrenz gefördert.

1. Landesfinanzamt Kassel (Bezirk der Hwk. Kassel, Wiesbaden).
a) Vom Ländesfinanzamt Kassel aufgestellt:
20—35°% (Gewinnsatz vom Umsatz).
b) Von den Hwk. Kassel, Wiesbaden, deren Geschäftsstelle
in Frankfurt und Koblenz (für Kreis Wetzlar) aufgestellt:
Bauschlosserei . 9%
Alleinbetrieb . ...000000000 00. 15—920
L—2 Gehilfen ©... .„. 0... 10—15
mehr Gehilfen .... 0.000000. 5—10
Bei Kunstschlosserei liegen die Sätze höher,
bei Maschinenschlosserei niedriger.
(Vergl. Schreiben des Landesfinanzamtes Kassel — 26/128. I. E. 1110 vom 25, 3. 1927
am Schluß des Heftes.)
5. Landesfinanzamt Darmstadt (Bezirk d. Hwk. Darmstadt).
Reingewinn in %
vom Umsatz Kalkulation
1. Alleinmeister. ..... 30-—35 : Spitzenlohn 0.96 %, bei
2. Meister m. 1—2 Gehilfen 27—30 Masten an 4° P 300 Arbeitstagen
2 3-4, 20926 Un kn es — 2300 I
4 02» 2» 5—6), 15—20 MS8TZES
(Vgl. hierzu die Anmerkungen am Schluß des Heftes „Anlage zu I. 17532 vom 4.5. 1927“
Landesfinanzamt Darmstadt).
6. Landesfinanzämter Dresden und Leipzig (Bezirk der Gk. Dresden, Zittau, Chemnitz.
Leipzig. Plauen).

Reingewinn-Richtsatz in
9/2 vom Umsatz

Landesfinanzämter:
Allein- u. Lehrlingsbetriebe . . 35—45
Mittl. Gehilfenbetrieb, L—3 Gehilf. 20-—40
Größ. „ üb. 3 Gehilf. 15—30
9) Landesausschuß des sächsischen Handwerks u. Landes:
zerband sächs. Schlosser-Innungen u. verw. Berufe

ReineBauschlossereienliegen a.
d. unteren Grenzen. Betriebe mit
vorwiegend Kunstschlossereien
erreichen die oheren Grenzen

9%
30—40
25—35
20—30
„5—20
10-—20
” »„ 5 » KR J0—15
Vorwiegend Kunstschlossereien liegen in der Regel an den höheren, vorwiegend Bau- oder
Maschinen-. u, Werkzeugschlossereien an den niederen Grenzen. .
(Vgl. Schreiben des Ländesausschusses und der Landesfachverbände des sächsischen Handwerks
 vom Mai 1927 am Schluß des Heftes).

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