Full text: Lenin, Vladimir Ilʹič Ulʹjanov

20 
Millionen erfordern. Wir haben diese Anleihe nicht bekommen. Was 
man bis jegt über die Konzessionen und anderes schreibt, steht nur 
auf dem Papier. Troßdem sehen wir schon einen bescheidenen An- 
fang, und weiter sehen wir, daß unsere Handelstätigkeit uns schon 
ein gewisses Kapital, etwa 20 Millionen Goldrubel, gebracht hat ... 
Unsere Handelstätigkeit gibt uns Mittel, die wir zur Besserung der 
Schwerindustrie brauchen... Der Staatskapitalismus, den wir ge- 
schaffen haben ..., entspricht nicht den gewöhnlichen Begriffen des 
Staatskapitalismus. Wir haben in unseren Händen alle Konzessionen, 
wir haben den Grund und Boden ..., das ist sehr wichtig ... Wir 
haben in unseren Händen die großen Industrien ... Bezüglich des 
Handels möchte ich noch betonen, daß wir gemischte Gesellschaften 
zu gründen irachten und schon gegründet haben, d. h. Gesellschatfen, 
wo ein Teil des Kapitals Privatkapitalisten, und zwar ausländischen, 
gehört und der andere Teil uns . ..‘“ In der Tat hatte die „Nep‘“ Ruß- 
land Luft verschafft, ihre Auswüchse zu beschneiden, war Lenin nicht 
mehr möglich. Sieben Jahre Revolution und Bürgerkrieg haben den 
starken Mann zerrieben, seine Lebenskraft bis auf die Neige verzehrt. 
Wie er auf die Mitwelt, vor allem in RuBland wirkte, ist bezeichnend 
für das Ausmaß seiner historischen Gestalt. Bezeichnend dafür ist: 
Die Legende wob schon bei Lebzeiten mystische Fäden um sein massi- 
ges Haupt. Für die einen war er der Retter, für die anderen der 
Antichrist. Durch Tundra und Taiga schritt eine Mythe ihren Pfad und 
fand Erzähler am rußigen Herd des Blockhauses und am flackernden 
Feuer der Jurte. Wir geben sie hier wieder: 
Wie Lenin und der Zar sich das russische 
Volk teilten. 
Eines Tages kam zum Zaren Nikolaus sein erster Würden- 
trager, der berichtete: In einem fernen Lande ist ein Mann 
erschienen, der aller Künste und Wissenschaft mächtig ist. Man 
weiB nicht, woher er stammt, doch sein Name ist Lenin. Dieser 
Mann erzählt jedem, der es hören will: Ich ziehe zum weiBen 
Zaren und werde alle seine Krieger mit einem Zauberspruch 
für mich gewinnen; seine Generale, seine Großwürdenträger, 
seine Beamten und Gesandten, seine hochwohlgeborenen Offiziere 
und den Zaren selbst werde ich zu Boden schlagen und vernichten, zu 
Asche verwandeln und diese in alle Winde streuen. — Da ward Zar 
Nikolaus vor Schrecken bleich, sprang von seinem goldenen Thron 
auf und schlug die Hände über dem gesalbien Haupte zusammen. 
„Schreibt so schnell Ihr könnt,“ rief er voll Entseken, „an jenen Mann 
einen Brief, dessen Stamm Ihr nicht kennt und der sich Lenin nennt
	        
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