Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Seehäfen. 
Gäi'ten, 
Türkische 
Fried - 
höfe 
Häuser errichten, und in dem in der Mitte liegenden Tempel fand die Statue des Augustus 
und das Standbild der Roma Aufnahme. Zur Zeit der Apostel war Cäsarea ein wichtiger 
Verkehrsmittelpunkt, und von hier aus wurde Paulus nach zweijähriger Gefangenschaft 
über Sidon, Cypern und Lykien nach Rom geschafft. 
Mit dem Römerreiche sank auch die größere Zahl der damaligen Hafenbauten in 
Trümmer. 
Zu den wenigen antiken Hafenorten, die auch im Mittelalter noch eine hervorragende 
Rolle spielten, gehörten Rhodus und Marseille. DieRhodier haben durch ihr geschicktes 
politisches Verhalten und ihr häufig von Erfolg gekröntes Eintreten für die Erleichterung 
und Förderung des Handels jahrhundertelang im Altertum eine außerordentlich einfluß 
reiche Stellung eingenommen. Rhodus' Hafenanlagen waren zur Zeit, als es ein festes 
Bollwerk des Johanniterordens bildete, in der Anordnung Wohl die gleichen wie im 
Altertum, und die Grundlagen bestanden ohne Zweifel aus hellenischen Werken. Wie 
die Abb. 507 zeigt, waren vier Häfen vorhanden, der Bootshafen, der Handelshafen, der 
Kriegshafen und der äußere 
Hafen. Auf drei der Molen- 
köpfe befanden sich Bastionen 
mit mächtigen Türmen. Die 
selben trugen die Bezeichnung 
St. Johann, St. Michael und 
St. Nikolaus. Noch ist in dem 
Turme St. Michael die Maschine 
erhalten, mit deren Hilfe die 
eiserne Sperrkette über den 
Hafeneingang gezogen wurde. 
Wenn auch au der Existenz des 
Kolosses von Rhodus, das 
Wunderwerk des Chares, nicht 
gezweifelt werden darf, so ist 
dagegen die Erzählung, daß 
dieser Koloß über der Hafen 
einfahrt mit gespreizten Beineu 
stand, und die Schiffe mit ihren 
Masten unter demselben hin 
durchfahren konnten, in das 
Reich der Fabeln zu verweisen. 
Die weit in das Altertum zurückgehende Geschichte Marseilles rechtfertigt ein kurzes 
Verweilen bei derselben, da ihre Wiedergabe gestattet, gleichsam im Fluge die Wandlungen 
zu verfolgen, welche der Welthandel hinsichtlich der von ihm eingeschlagenen Wege durch 
gemacht hat. Von der See her gegründet, wußten sich die Maffalioten frühzeitig ein 
ausgedehntes Hinterland für ihren Handel und ihre Schiffahrt zu sichern. Die in der 
Nähe befindliche Rhönemündung öffnete ihnen einen weit nach Norden sich erstreckenden 
bequemen Handelsweg, für dessen Offenhaltung in der Römerzeit durch einen künstlichen 
Durchstich Sorge getragen wurde. Es ist nicht ersichtlich, aus welchen Gründen die 
Maffalioten den von Cajus Marius hergestellten Kanal (101 v. Chr.), die Fossa Mariana, 
welcher ihnen für geleistete Dienste in dem Feldzuge in Gallien zum Geschenk gemacht und 
an dessen Mündung von ihnen ein neues Emporium angelegt worden war, allmählich 
vernachlässigten, so daß der künstliche Wasserlauf im Laufe der Zeit vollständig ver 
schlammte. Zwar blieb der Niedergang des Römerreiches auch für Massilia nicht ohne 
Einfluß, aber bereits zur Zeit der Merowinger vermochte die Stadt schon wieder sich eine 
angesehene Position zu erringen. Im Jahre 1112 konstituierte sich Marseille als Republik. 
Die Kreuzzüge brachten der Stadt außerordentliche Vorteile. Neben den Schiffen der 
Venezianer, Genuesen und Pisaner waren es die Fahrzeuge von Amalfi und Marseille, 
welche die Massentransporte nach dem Heiligen Lande beschafften. Von Marseille bis 
Christliche 
Vorstädte 
Die 
Hafenanlagen 
ifon Rhodos 
507. Lageplan der Kafrnanlagrn von Nhodns.
	        
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