fullscreen: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Erster Abschnitt 
stets im selben Wertverhältnis zueinander. Fiele der Goldwert um 
1000 pZt., so würden nach wie vor 12 Unzen Gold zwölfmal mehr 
Wert besitzen als 1 Unze Gold, und in den Preisen handelt es 
sich nur um das Verhältnis verschiedener Goldquanta zueinander. 
Da anderseits 1 Unze Gold mit dem Fallen oder Steigen ihres 
Wertes keineswegs ihr Gewicht verändert, verändert sich ebenso- 
wenig das ihrer aliquoten Teile, und so tut das Gold als fixer Maß- 
stab der Preise stets denselben Dienst, wie immer sein Wert wechsle. 
Der Wertwechsel des Goldes verhindert auch nicht seine Funk- 
tion als Wertmaß. Er trifit alle Waren gleichzeitig, läßt also, unter 
sonst gleichen Verhältnissen, ihre wechselseitigen relativen Werte 
unverändert, obgleich sie sich nun alle in höheren oder niedrigeren 
Goldpreisen als zuvor ausdrücken. 
Wie bei der Darstellung des Wertes einer Ware im Gebrauchs- 
wert irgendeiner andern Ware, ist auch bei der Schätzung der 
Waren in Gold nur vorausgesetzt, daß zur gegebenen Zeit die Pro- 
duktion eines bestimmten Goldquantums ein gegebenes Quantum 
Arbeit kostet. In bezug auf die Bewegung der Warenpreise über- 
haupt gelten die früher entwickelten Gesetze des einfachen relativen 
Wertausdruckes. 
Die Warenpreise können nur allgemein steigen, bei gleich 
bleibendem Geldwert, wenn die Warenwerte steigen; bei gleich 
bleibenden Warenwerten, wenn der Geldwert fällt. Umgekehrt 
Die Warenpreise können nur allgemein fallen bei gleichbleibendem 
Geldwert, wenn die Warenwerte fallen; bei gleichbleibenden Waren- 
werten, wenn der Geldwert steigt. Es folgt daher keineswegs, daß 
steigender Geldwert proportionelles Sinken der Warenpreise und 
fallender Geldwert proportionelles Steigen der Warenpreise be- 
dingt. Dieses gilt nur für Waren von unverändertem Wert. Solche 
Waren zum Beispiel, deren Wert gleichmäßig und gleichzeitig steigl 
mit dem Geldwert, behalten dieselben Preise. Steigt ihr Werl 
langsamer oder rascher als der Geldwert, so wird der Fall oder da® 
Steigen ihrer Preise bestimmt durch die Differenz zwischen ihrer 
Wertbewegung und der des Geldes usw. 
Kehren wir nun zur Betrachtung der Preisform zurück. 
Wir haben gesehen, daß die herkömmlichen Namen des Gewichts 
maßstabes und seiner Unterabteilungen auch die ursprüngliche? 
Namen des Geldmaßstabes bilden. Nach und nach trennen sich die 
Geldnamen der Metallgewichte von ihren ursprünglichen Gewichts 
namen aus verschiedenen Gründen, darunter historisch ent 
scheidend: 1. Einführung fremden Geldes bei minder entwickelten 
Völkern, wie zum Beispiel im alten Rom Silber- und Goldmünzel 
zuerst als ausländische Waren zirkulierten. Die Namen diese‘ 
55a „Das Geld kann fortwährend in seinem Werte schwanken und dennoch 
als Maßstab des Wertes ebensogut dienen, wie wenn es vollkomme? 
unverändert bliebe.“ (Bailey: „Money and its Vicissitudes. London 1887”) 
p. 11.)
	        
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