Full text: Betriebsorganisation und Betriebsabrechnung

malerweise ermittelten Selbstkostenwert. Oder man geht 
weiter und gibt der Fabrik einen Fabrikationspreis vor, 
der in der Erfolgsrechnung als Erlös figuriert und der die 
Werte enthält, die von der Vorkalkulation für den be- 
treffenden Auftrag errechnet worden sind. 
In beiden Fällen liegt das Schwergewicht auf der Rech- 
nung mit den normalen Betriebszuschlägen, die, wie wir 
gesehen haben, praktisch niemals mit den tatsächlichen 
übereinstimmen. Die neuzeitliche Erfolgsrechnung für Fa- 
brikbetriebe fußt damit durchaus auf der Vorstellung der 
normalen, also möglichst günstigen Beschäftigung, bei der 
die vorgeschätzten Normalzuschläge annähernd eingehalten 
werden. Sie wird damit in erster Linie zu einer Beschäfti- 
gungserfolgsrechnung. Ist der Beschäftigungsgrad normal, 
so werden, vorausgesetzt, daß der Betrieb sorgfältig und 
wirtschaftlich arbeitet, die festgesetzten Normalzuschläge 
annähernd mit den tatsächlichen Zuschlägen übereinstimmen, 
der reine Fabrikationsbetrieb wird daher weder mit einem 
Gewinn noch mit einem Verlust abschneiden. In den aller- 
meisten Fällen jedoch wird diese Übereinstimmung nicht 
eine restlose sein. Bei einer geringen Unterbeschäftigung 
z. B. werden nicht genug Erzeugnisse im Laufe des Mo- 
nats hergestellt worden sein, um bei der Nachkalkulation 
mit Normalzuschlägen die wirklichen Betriebsunkosten zu 
decken. Es bleibt dann ein gewisser Betrag ungedeckter Be- 
triebsunkosten übrig, der bei der Erfolgsrechnung mit ein- 
bezogen werden muß. Wir hätten in solchen Fällen die 
Pormel: 
Erlös — normale Aufwendungen — ungedeckte Betriebs- 
unkosten = Erfolg. 
Ein Zahlenbeispiel möge dies veranschaulichen. Die Zif- 
fern sind absolute, für einen größeren Betrieb könnte man 
sich vorstellen, daß sie in 1000 AM ausgedrückt sind. Die 
Betriebsaufwendungen innerhalb eines Monats betragen: 
Material Lohn Unkosten normaler Zuschlagssatz 
200 100 180 150% 
119
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.