Full text: Betriebsorganisation und Betriebsabrechnung

b) Lohn- und kapitalintensive Betriebe 
Ein einfacher und sicherer Anhaltspunkt für die Ver- 
teilung der Gesamtarbeit auf Arbeitsvorbereitung und 
Arbeitsführung ist der Lohnanteil, der auf einem Fabrikat 
ruht, eine bestimmte Veredelungsstufe vorausgesetzt (denn 
natürlich lassen sich hier nicht rohe und hochwertige Er- 
zeugnisse gegenseitig vergleichen, sondern nur jede Stufe 
unter sich). Wir können kurz sagen, daß ein hoher Lohn- 
anteil fast stets auf untergeordnete Arbeitsvorbereitung hin- 
weist, die also Kennzeichen der mehr handwerklichen, 
sog. lohn- oder arbeitsintensiven Betriebe zu sein 
pflegt. Je kapitalintensiver andererseits ein Betrieb 
ist, d. h. je mehr Geldmittel zu seiner bloßen Errichtung 
und fortlaufenden Speisung notwendig sind, abgesehen vom 
Lohnaufwand, um so stärker tritt die Arbeitsvorbereitung und 
mit ihr die Betriebsabrechnung in den Vordergrund. Dabei 
kann es durchaus geschehen, daß keine Massen-, sondern 
ausgesprochene Einzelfabrikation technisch hochwertiger 
Gegenstände erfolgt: im Bau elektrischer Großmaschinen 
z.B. tritt die Arbeitsvorbereitung an Wichtigkeit keineswegs 
gegenüber vielen Betrieben der Massenfabrikation zurück. 
Es ist nun eigentümlich, daß die Betriebsorganisation um 
30 straffer zu sein pflegt, je mehr Arbeitsvorbereitung und 
Betiiebsabrechnung gepflegt und ausgebaut sind. Die mo- 
derne Betriebsorganisation hat zumal in den letzten Jahren 
fast alle Aufmerksamkeit diesen beiden Gruppen gewidmet, 
30 daß heute Betriebsorganisation fast gleich Arbeitsvorbe- 
reitung geworden ist und das Rechnungswesen in allen 
betriebswirtschaftlichen Untersuchungen die erste Stelle 
anzunehmen pflegt. Die Gründe für diese Erscheinung 
werden klar, wenn man an die obige Einteilung der 
Betriebe nach ihrer Kapitalintensität denkt. Das moderne 
Industrieunternehmen, dessen Anlage und Inbetriebhaltung 
laufend große Geldmengen bindet, ist gegenüber Schwan- 
zungen seiner Leistung und Ausbringung außerordentlich 
schweıfällig. Es vermag sich nur langsam und nur innerhalb 
geringer Grenzen einem Wechsel seines Beschäftigungs- 
grades anzupassen, und auch bei Leerlauf verschlingt es
	        
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