wird das Arbeitsbüro jede Position der Stückliste an Hand
eigener Listen oder Materialkarten daraufhin prüfen, ob
sie tatsächlich vorrätig ist. Bei geringstem Zweifel geht ein
Abzug der Stückliste — sie wird zweckmäßig durch Licht-
paus-, Durchschrift- oder hektographische Abzugsverfahren
vervielfältigt — dem Materiallager zu. Dies macht seiner-
seits die betreffenden Vermerke bei den einzelnen Positionen,
stellt die Stückliste dem Arbeitsbüro wieder zu und wartet
entweder dessen Dispositionen ab oder sorgt bei normalen
Lagerteilen automatisch für rasche Ergänzung.
Diese Zuleitung der Stückliste an das Lager ist noch
in anderer Hinsicht von Wert. Das Lager ist verpflichtet,
bei den vorhandenen Teilen sich Notizen zu machen, wieviel
und für welchen Auftrag sie benötigt werden. Diese Vor-
merkung des Materials bezweckt, die betreffenden Men-
gen für weitere Abforderungen zu sperren, so daß sie
bei späterem Bedarf auch wirklich noch vorhanden und
nicht inzwischen für andere Aufträge verbraucht sind, wo-
durch sonst die empfindlichsten Stockungen entstehen
können. Das Material wird also hierdurch automatisch im
Lager bereit gestellt. Wir werden die Technik und Hand-
habung dieser Vormerkungen weiter unten auf S. 68 aus-
führlicher kennen lernen.
Der Einkauf. Das nicht in der Fabrik vorrätige
Material wird nun zusammengestellt und durch das Bestell-
büro bzw. den Einkauf unverzüglich beim auswärtigen
Lieferanten bestellt. Hier ist einer der Brennpunkte der
Betriebsorganisation, an dem sich technisches Wissen mit
gediegene: kaufmännischer Erfahrung, völliger Kenntnis
der Bezugsquellen und Marktlage vereinigen müssen.
Grundsätzlich sollen alle Bestellungen, die von der Fa-
brik nach auswärts gehen, durch einen zentralen Einkauf
veranlaßt werden, also nicht nur Rohstoffe, sondern auch
Maschinen, Werkzeuge, Heiz- und Brennmaterial, Strom-
lieferungsverträge, ja Papier, Bücher und Zeitschriften. Nur
so erhält man die Gewähr einer einheitlichen Bewirt-
schaftung, die nicht durch unkontrollierte Nebenstellen
durchbrochen wird. Der Einkauf hat über den günstigsten
Zeitpunkt größerer Bestellungen zu entscheiden, wozu er