Full text: Betriebsorganisation und Betriebsabrechnung

Man kann das liebevolle Eindringen in die Einzelheiten 
des Arbeitsvorganges geradezu als den wesentlichsten Ge- 
winn solcher Zeitstudien bezeichnen. Die kritische Aus- 
wertung dieser Beobachtungen führt meist zu bedeutenden 
Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, zur Ausschaltung 
überflüssiger Bewegungen, zu zweckmäßiger Anordnung 
und Bereitstellung der Arbeitsmittel; ihr Endergebnis, das 
oft erst durch Bewegungsstudien — photo- oder kinemato- 
graphische Aufnahmen der menschlichen Arbeitsbewe- 
gungen — erreicht wird, bildet die rationelle Arbeitsplatz- 
gestaltung. 
Grundsätzlich dürfen Zeitstudien nie heimlich erfolgen. 
Man muß sich stets vor Augen halten, wie verbitternd und 
unlusterregend derartige Stoppuhrbeobachtungen auf jeden 
Menschen wirken müssen; durch offene Freundlichkeit, Dar- 
legung der Ziele, Belehrung und Anteilnahme an den Ver- 
richtungen des Arbeiters ist daher alles zu tun, um ihn 
psychologisch den Zeitstudien freundlich zu stimmen. Bei 
dem Interesse des heutigen Industriearbeiters für Arbeits- 
kunde fällt das bei geschickter Behandlung gewöhnlich 
nicht schwer, wobei sich erfahrungsgemäß der Facharbeiter 
zugänglicher zeigt als der ungelernte Mann. 
Die Zeitbeobachtungen werden auf einem besonderen 
Auswertungsblatt zusammengestellt; die zweckmäßigsten 
Zeitstudienvordrucke sind ebenfalls vom AWF bzw. vom 
Refa normalisiert worden. Absichtliches Bremsen des Ar- 
beiters zeigt sich stets in großer Ungleichförmigkeit der 
wiederkehrenden Einzelheiten. Man läßt daher diese Schwan- 
kungen unberücksichtigt, indem man bei der Auswertung 
eine mittlere Zeit ohne Einbezug der kürzesten und der 
längsten Zeitwerte errechnet. 
Kalkulationstafeln. In jedem Betrieb wiederholen 
sich unzählige Arbeitsoperationen. Ihre Zeitwerte stellt 
man, mögen sie durch Berechnung, Erfahrung oder Beob- 
achtung gewonnen sein, auf Kalkulationstafeln zusammen, 
die in gedrängter Kürze dem Zeitkalkulator die Aufstellung 
der Akkordzeiten für die laufenden Aufträge ermöglicht 
(Abb. 13). Ihre Aufstellung halte man fest in der Hand, 
damit sie sämtlich nach einem einheitlichen Schema angelegt 
-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.