Full text: Betriebsorganisation und Betriebsabrechnung

4. Die Arbeitsführung 
a) Die Verwaltung und Herausgabe des Materials 
Das Lagerwesen. Man unterscheidet im allgemeinen 
drei verschiedene Hauptarten von Lagern (Magazinen) inner- 
halb einer Fabrik: Rohstofflager, Halbteillager nnd Fertig- 
lager, Das Rohstofflager verwaltet die eingegangenen und 
durch die Werkstoffprüfung als gut befundenen Rohstoffe 
und fertig gekauften kleineren Zubehörteile wie Schrauben, 
Bolzen, Keile usw. Die durch Teilaufträge in der Fabrik fer- 
tiggestellten Zwischenfabrikate harren im Halbteillager ihrer 
weiteren Verwendung, sei es, daß sie tatsächlich nur halb 
fertig auf Lager gelegt werden, um später erneut in die Be- 
arbeitung zu gelangen (z. B. vorgefräste und vorgebohrte 
Lager, die später auf verschiedene genaue Durchmesser ge- 
bracht werden), sei es, daß sie weit genug fertiggestellt 
sind, um unmittelbar dem Zusammenbau (Montage) zuge- 
führt zu werden. Das Fertiglager endlich sammelt alle fer- 
tigen Fabrikate, die unmittelbar vom Versand abgerufen 
werden, um an den Kunden zu gelangen. Auch räumlich 
sind diese Lager meistens getrennt. Die Forderung nach 
möglichst kurzen Transportwegen führt dazu, das Robh- 
stofflager örtlich an den. Anfang der Fabrikation zu legen, 
also unmittelbar neben die vorbereitenden Werkstätten, das 
Halbteillager zwischen die Bearbeitungswerkstätten und den 
Zusammenbau, das Fertiglager neben den Versand. Die Or- 
ganisation sämtlicher Lagerarten ist jedoch die gleiche und 
kann daher im folgenden geschlossen behandelt werden. 
Von größter Wichtigkeit für jede Lagerverwaltung ist eine 
schnelle und geschlossene Übersicht über die vorhandenen 
Bestände, wie über die Lagerbewegung, d. h. über den Zu- 
und Abgang, wie er sich aus der laufenden Fabrikation er- 
gibt. Eine sorgfältig geführte Kartei vermittelt diese Über- 
sicht. Die Lagerverwaltung muß dazu erzogen sein, selbst- 
tätig für genügenden Vorrat ihrer verschiedenen Sorten zu 
sorgen, so daß Stockungen in der Fabrikation infolge von 
Materialmangel vermieden werden. Andererseits dürfen na- 
türlich die Bestände über das unbedingt notwendige Maß 
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