Full text: Betriebsorganisation und Betriebsabrechnung

Menge innerhalb einer gewissen Zeit, seine Produktion 
schwankt je nach Konjunktur, Güte seines Personals und 
seiner Einrichtungen und aus vielen andern Gründen dau- 
ernd. Bei wachsendem Umsatz entwickeln sich nun Gesamt- 
und Leistungskosten nach ganz verschiedenen Richtungen. 
Die Gesamtkosten steigen natürlich, je mehr produziert 
wird, denn normalerweise braucht man dann um so mehr 
Material, Löhne, elektrische Kraft usw. Die Leistungs- 
oder Stückkosten jedoch werden meist bei wachsendem 
Umsatz niedriger werden, denn eine ganze Reihe von Un- 
kosten verändert sich nicht wesentlich, ob das Geschäft gut 
oder schlecht geht, z. B. der größte Teil der Gehälter, die 
Grundsteuern, die Reparaturen usw. 
Das hängt damit zusammen, daß die einzelnen Kosten- 
arten ganz verschiedenen Charakter aufweisen, sobald man 
sie vom Gesichtspunkt des Umsatzes oder Beschäftigungs- 
grades aus betrachtet. Die einen sind gegen einen Wechsel 
des letzteren so gut wie unempfindlich. Wir müssen sie 
aufwenden, um überhaupt einen Betrieb in Gang zu bringen 
und in Gang zu halten, gleichgültig ob er viel zu tun hat 
oder wenig. Sie laufen selbst dann weiter, wenn der Betrieb 
vorübergehend still liegt, etwa während genereller Beurlau- 
bungen oder eines Streiks. Sie heißen daher fixe oder 
feste Kosten. Zu ihnen gehören die meisten Instand- 
haltungskosten, der größte Teil der Gehälter, die Steuern 
und Verbandsbeiträge, die Kosten der Korrespondenz, 
Mieten, Zinsen und Abschreibungen. 
Der andere Teil der Kosten wird sehr wohl von einem 
Wechsel des Beschäftigungsgrades beeinflußt. Material und 
Löhne werden nur dann verbraucht, wenn produziert wird; 
soziale Lasten, Ausgaben für Betriebsmaterial, wie Öl, 
Kraft und Kohle, sowie die Transportkosten hängen sehr 
stark von der Höhe des Fabrikationsumsatzes ab, wir nennen 
sie daher veränderliche Kosten. Von ihnen verhalten 
sich die Kosten des Rohstoffverbrauchs und der Fabri- 
kationslöhne fast ganz proportional zu den erzeugten Ein- 
heiten, sie werden daher auch als Proportionalkosten 
bezeichnet. Die übrigen genannten Kosten sind nicht ganz 
so empfindlich gegen den Wechsel in der Beschäftigung: sie 
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