Religiöse Bewegung; Luther.
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in die erregte Welt. War es nach alledem schon ratsam, sich
gegenüber Luther abwartend zu verhalten trotz dessen unver—
blümter Absage an Rom, so ergab sich hierfür die dringendste
Notwendigkeit, als die Stimmung übersehen werden konnte, in
der die deutschen Fürsten und Städteboten zum ausgeschriebenen
Reichstag einritten. Es war kein Zweifel: sie waren, soweit
die Schäden der Kirche in Betracht kamen, überwiegend luthe—
risch gesinnt, und auch die wichtigsten Bischöfe, ein Albrecht
von Mainz, ein Matthäus Lang von Salzburg, waren weit
entfernt von fanatisch-religiösem Entsetzen über den Ketzer.
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lich die lutherische Bewegung verabscheute, dennoch aus poli—
tischen Gründen versucht sein, wenn auch unter häufigen
Schwankungen, zu seiner Haltung vom November 18520 zurück⸗
zukehren. Zunächst aber unternahm er es, die religiöse Erregt—
heit der Nation zu ignorieren, indem er den Reichstag mit
anderen Gegenständen beschäftigte.
Der Reichsstag wurde am 27. Januar 1521 feierlich mit
einem Gottesdienst in den Hallen des Wormser Doms eröffnet;
ungemein zahlreich waren die Stände, die sich zu ihm, dem
ersten des jungen Kaisers, eingefunden hatten. Tags darauf
ward den Ständen die kaiserliche Vorlage für die Beratungen
überreicht. Sie wünschte bessere Ordnung der innern Verhält—
nisse, namentlich volle Durchführung des Reichsfriedens, regte
die Einsetzung eines kaiserlichen Regiments während der Ab—
wesenheit des Herrschers vom Reiche an, und verkündete die
Absicht Karls zur Romfahrt und zu einem bewaffneten Zuge
nach Italien, um die Avulsa imperii zurückzuerobern. Über
all das war sehr höflich und zuvorkommend geredet; um die
Ziele der auswärtigen Politik des Reichs zu erreichen — die
freilich zugleich die Hauspolitik des Kaisers war —, stellte der
Kaiser die Kraft all seiner übrigen Herrschaften zur Verfügung.
Aber die Stände waren weit davon entfernt, die einzelnen
Punkte der Vorlage dem Sinne des Kaisers gemäß in systema—
tischer Arbeit zu erledigen: von allem anderen abgesehen
ging das gegen ihre Gewohnheit. Sie verbrachten vielmehr