öffentliche Meinung zu beruhigen, und so wurde Romaine
geopfert. Er war aber bei weitem nicht der einzige käuf-
liche Beamte, der mit den Betrügereien zu tun hatte, die
an der Tagesordnung waren. Diese Betrügereien bestanden
weiter, gleichgültig, welche Partei und was für Beamte am
Ruder waren. Mehrere Jahre nach der Absetzung Romaines
wurde John Bingham, ein mächtiges Mitglied des Finanz-
Komitees der Ratsherren, dem diese verschiedenen Land-
bewilligungen durch die Hände gingen und der sie billigte,
von öffentlichen Kritikern beschuldigt, er habe veranlaßt,
daß die Stadt an seinen Schwager Grund und Boden ver-
kaufte und ihn später zu exorbitanten Preisen zurückkaufte.
Durch die Stimmung des Volkes gereizt, verlangte der
Gemeinderat seine Entlassung. — Daß die verschiedenen
Stadtverwaltungen korrupt waren, ist mehr als wahr-
scheinlich, ist nach den Zeitungsberichten und den öffent-
lichen Skandalen unbestreitbar. Mindestens geht es aus
den Kommentaren der achtbareren Zeitungen unzweifel-
haft hervor. Weder Astor noch Goelet waren direkt Mit-
glieder der wechselnden politischen Cliquen, die die
städtischen Angelegenheiten kontrollierten. Wahrschein-
lich standen sie mit diesen Cliquen etwa in denselben
Beziehungen wie die Großindustriellen und Finanzleute
von heute: sie waren allem Anschein nach von jeder Be-
teiligung an der Politik weit entfernt und übten doch mit
Hilfe ihres Geldes aus dem Hintergrund einen starken
und bestimmenden Einfluß aus. Die Brüder Rhinelander
dagegen, William und Frederick, waren wichtige Mit-
glieder der politischen Maschinerie. So finden wir William
Rhinelander 1803 zum Steuereinschätzer des fünften Be-
zirkes gewählt (was damals ein bedeutsames und kostspieliges
Amt war), während sowohl er wie Frederick zur gleichen
Zeit Wahlaufseher waren.
Die Vergebung von Land durch die städtischen Beamten
an sich selber, an politische Freunde und an Günstlinge
(die, wie wahrscheinlich, wenn auch nicht zu beweisen ist,
Bestechung übten) geschah auf zweierlei Weise: es wurde
Land unter Wasser und es wurde städtischer Grund und
Boden bewilligt. Damals war die Bodengestaltung Man-