Erster Teil.
Besprechung des Warenhandels Bremens.
1. Allgemeiner Teil.
1. Vorbemerkung.
In dieser Abhandlung- soll keine Geschichte des Bremer
Warenhandels gegeben werden, da sie mehr historisches als gegen
wärtiges Interesse beanspruchen dürfte. Desgleichen kann ich hier
keine erschöpfende Darstellung auch nur der wichtigsten Handels
zweige geben. Es kommt mir nur darauf an, die Physiognomie
zu erforschen, die allgemeinen Entwicklungsrichtungen herauszu
arbeiten und aus ihren Erscheinungsformen und deren sinnfälligem,
der Kritik und menschlicher Beeinflussung zugänglichem Verlauf
Schlüsse zu ziehen. Die Klarlegung und Darstellung von Einzel
heiten muß der — leider noch sehr ungepflegten — Spezialforschung
überlassen bleiben.
Die Grundzahlen, die ich bringe, sind ausnahmslos den amt
lichen Statistiken entnommen. Man wird mir vielleicht entgegnen,
dann seien Auszüge in Buchform ja wertlos, weil man sich das
Wissenswerte aus der Quelle selbst schöpfen könne. Der Ein wand
ist nicht berechtigt. Wohl kann schließlich auch der Laie die
Umrechnungen, Zusammenstellungen und Verhältniszahlen, die ich
gemacht und gefunden habe, ausrechnen. Aber wer vertieft sich
so weit in die Statistik? Wer nimmt sich die Mühe, der spröden
Schönen ihre Geheimnisse abzulauschen? Auch einfache Zahlen
reihen wollen gelesen, d. h. richtig verstanden sein! Darum
habe ich bei dem Fehlen jeglicher umfassender Voruntersuchungen
eingehendere Tabellen mit den entsprechenden Erläuterungen geben
zu müssen geglaubt, um die Möglichkeit zu bieten, an Hand dieses
Zahlenmaterials dem geschriebenen Wort besser zu folgen und es
nachzuprüfen. Überhaupt wird man der Statistik einen immer
Gehrke, Bremens Warenhandel. 1