gewählten und von ihm geprüften, — wahrscheinlich der bestmög-
lichen —, Form zum Ausdruck gebracht.
Wenn demnach die „Entschuldigung‘“ Lists hinfällig wird durch
die aus der Nachschrift vom 13. Januar 1838 sich ergebende Tat-
sache, daß List die Arbeit zurückerhielt und durchsehen und ergänzen
konnte, so wird damit auch die Basis für die Beurteilung der Hand-
schriften ganz wesentlich verändert. Sommer nimmt an, daß minde-
stens drei Schreiber am Werk gewesen sind. „Sicher ist,“ sagt er,
„daß die Übersetzung auf List und seine älteste Tochter zurückgeht.“
Von den Anmerkungen, die französische und englische Zitate zufügen,
vermutet er hingegen, daß sie „von einem der beiden uns nicht wei-
ter bekannten Schreiber sämtlich nach Fertigstellung des ganzen Tex-
tes niedergeschrieben‘“ wurden. „Diese Schreiber wechseln sich in klei-
nen Abschnitten des Manuskriptes ab, haben also gleichzeitig
gearbeitet, während List und Emilie die französische Fassung her-
stellten.“ Diese Gleichzeitigkeit wird durchaus fraglich, nachdem wir
wissen, daß List die Arbeit nachträglich überprüft hat. Es besteht
nunmehr die Gewißheit, daß zumindest ein Teil dieser Anmerkungen
nachträglich eingefügt wurde. Und mehr als dies: es tauchen
Zweifel auf, ob außer List und seiner Tochter Emilie noch zwei wei-
tere Schreiber bei der Fertigstellung überhaupt beteiligt sind. Zu-
mindest läßt die von uns abgedruckte Briefstelle nichts von irgend-
welcher fremden Mitarbeit erkennen, und es ist daher neu zu unter-
suchen, ob nicht etwa die ganze Arbeit von List und seiner Tochter
allein geleistet wurde.
Wir scheiden auch hier zweckmäßigerweise zwischen den Tatsachen,
die nunmehr als eindeutig feststehend gelten dürfen, und jenen an-
deren, bei denen wir noch immer auf Vermutungen angewiesen blei-
ben. Endgültig steht fest, daß die französische Übersetzung der Preis-
schriften von List selbst und seiner ältesten Tochter Emilie hergestellt
ist. Dieser Sachverhalt war bisher nur aus Handschrift, Sprache und
Stil zu erschließen — Emilie List, die an Häusser einen Bericht über
die Pariser Zeit schickt, hat diese Zusammenhänge mehr verdeckt als
erhellt, verschweigt sie doch ganz die Tatsache ihrer Mithilfe, viel-
leicht in der Annahme, daß sie Häusser aus den Briefen bekannt sei,
vielleicht in der ihr allzeit eigenen Bescheidenheit. Sie schreibt in
diesem Brief vom 2. Oktober 184711 ganz allgemein: „... durch
eine Preisaufgabe der academie des sciences angeregt entzog er seine
Tätigkeit für einige Zeit der Sache der Eisenbahnen, und begab sich
auf das Feld der National-Ökonomie‘; hieran schließt sie nur einen
Bericht über die Einteilung des Tages und der Arbeit, der mit der
Schilderung von Lists Neujahrsbrief übereinstimmt, vermutlich so-
gar auf sie zurückgeht.
Diesen Angaben tritt nun ergänzend, klärend, veranschaulichend
und vor allem Emiliens Mitarbeit bezeugend die ausführliche Be-
schreibung in einem Briefe Lists an seine Frau vom ı4. Nov. 1837
zur Seite. Wir bringen einen Teil (etwa ein Viertel) dieses Briefes
zum Abdruck, da er besonders geeignet ist, Lists Stellung in Paris,
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