Zwei der Verlustbetriebe in 1913 waren verhältnismäßig stark in
der Aus- und Vorrichtung begriffen. Der Anteil, der auf Aus- und
Vorrichtung verfahrenen Schichten an der Gesamtzahl der verfahrenen
Schichten bezifferte sich auf 23,43 °/, bzw. 16,94 %.
Die Untersuchung der Ergebnisse in 1927 der in 1926 mit Verlust
arbeitenden 11 Werke ergab, daß 4 Werke inzwischen ihre Kosten durch
die Erlöse zu decken vermochten, während die restlichen 7 Werke nach
wie vor Verluste ausweisen.
Diese Betrachtung basiert darauf, daß die Absatzprämie mit 2 RM.
je Tonne dem Erlös zugeschlagen wurde, die Abschreibungen aber außer
Ansatz blieben.
An der Gesamtförderung des Siegerlandes nahmen die Verlust-
betriebe in 1926 mit insgesamt, 27 °% und in 1927 mit insgesamt 12,9%
teil.
Während also in 1926 mehr als ein Viertel der Gesamtförderung
mit Verlust veräußert werden mußte, hat die Absatzprämie bis Februar
1927 die Auswirkung gehabt, daß die Verlustbetriebe auf etwa ein
Achtel der Gesamtförderung zurückgingen.
Von den einzelnen Konzernen hatten Verlustbetriebe in 1926:
Vereinigte Stahlwerke-Konzern .
(1927 4 Werke verlustbringend)
Krupp-Konzern . . . 2...
(1927 1 Werk verlustbringend)
Lothringen-Konzern .. ee
(1927 ebenfalls verlustbringend)
denschel-Konzern . . . .
(1927 ebenfalls verlustbringend)
Mitteldeutsche Stahlwerke-Konzern
(1927 gewinnbringend)
Hoesch-Konzern .
(1927 gewinnbringend)
Abschließend kann gesagt werden, daß unter Einbeziehung der
Abschreibungen, die — richtig kalkuliert — vom Wiederbeschaffungs-
preis zu ermitteln wären, kein Werk seine Selbstkosten durch die Er-
löse decken konnte, sofern man die Absatzprämie dem Erlös nicht zu-
schlägt.
Auch unter Einbeziehung der Absatzprämie sind die Verlustbetriebe
(bei Einrechnung der Abschreibungen) noch verhältnismäßie zahlreich.
IT. Notstandsgebiet im Lahn- und Dill-Gebiet einschließlich OÖberhessen
Während im Siegerland das gewonnene Erz hinsichtlich der Sorte
und Qualität (Gehalt an Eisen) eine große Gleichmäßigkeit aufzu-
weisen hat und die Abbauverhältnisse im wesentlichen gleichgeartet
sind, ist im Lahn- und Dill-Gebiet einschließlich Oberhessen eine große
Mannigfaltigkeit der einzelnen Erzsorten vorhanden. Innerhalb der
einzelnen Erzsorten sind wieder große Qualitätsunterschiede ZU Ver-
zeichnen.
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