jegungen entschieden, Die deutsche eisenerzeugende Industrie, in deren
Besitz sich der entscheidende Teil der deutschen Kokserzeugung befindet,
ist in ausreichendem Maße imstande, ihren Bedarf an Koks aus der
deutschen Erzeugung zu befriedigen. Nach dem Kriege litt zwar infolge
des Produktionsrückganges und der Zwangslieferungen auf Grund des
Vertrages von Versailles die deutsche Eisenindustrie unter Koksmangel,
der bis zum Jahre 1922 die Eisenerzeugung empfindlich, teilweise sehr
schwer beeinträchtigte. Dasselbe war 1923 während der Besetzung‘ des
Ruhrgebietes der Fall. Seither hat die deutsche eisenerzeugende Industrie
keinen Mangel an Koke. In seiner Eigenschaft als Bereitungsstoff
ist Koks ein wichtiges Kostenelement der eisenerzeugenden Industrie und
und wird daher bei der Prüfung der Selbstkostenverhältnisse dieser Industrie
in die Untersuchung einbezogen. Ähnlich liegen die Verhältnisse
bei dem Bereitungsstoff Kalk. Hier handelt es sich um den Bedarf
an Kalksteinen (kohlensaurer Kalk), gebrannten Kalk, Dolomit, Magnesit,
Schamotte- und Dinassteinen. Auch hier erscheint die Rohstoffbasis
gesichert, so daß von einer eingehenden. Untersuchung der Versorgung
mit diesen Stoffen. abgesehen werden konnte, während Kalk als
Kostenelement bei der Prüfung der Selbstkostenverhältniese#der deutschen
eisenerzeugenden Industrie berücksichtigt wird.
Anders liegen die Verhältnisse bei der wichtigsten‘ Rohetoffkomponente
der deutschen Eisenerzeugung, bei den Trägern des metallischen
Eisens: Erzen und Schrott. Auch hier ist der Einfluß dieser Rohstoffe
auf die Höhe der Erzeugungskosten zu prüfen, in den Vordergrund
tritt aber die Frage, inwieweit heute überhaupt die Versorgung
der deutschen eisenerzeugenden Industrie mit den Trägern des metallischen
Eisene (Fe-Träger) gewährleistet ist, die in diesem Bericht besonders
behandelt wird. ,
Einleitend wird die gesamte Problematik der deutschen Erz- und
Schrottversörgung uhd im Anschluß daran die Untersuchung in ihren
Einzelergebnissen dargestellt.
Entsprechend der Gesamtaufgabe ist davon abgesehen, in dem Bericht
zu Fragen Stellung zu.nehmen, die zwar im Verlauf der Erhebung
von den Sachverständigen berührt worden sind, die aber, wie etwa _ die
zesamten sozialen Verhältnisse des Siegerlandes und des Lahn-Dill-Gebietes,
nicht unmittelbar zu dem eigentlichen Aufgabenkreis gehörten.
Daneben: wurden, soweit es angängig erschien, Verhältnisse von nur
augenblicklicher . oder. ‘nach Auffassung‘ der Sachverständigen vorübergehender
Bedeutung ‘ausgeschaltet... Im Rahmen des Möglichen beschränkt
eich der Bericht. auf Überlegungen und Feststellungen, die
längere Geltungsdauer beanspruchen.
Einleitung.
Als wesentliche Rohstoffe. der deutschen eisenerzeugenden Industrie
eind.-Erze und Eisenechrott, die eigentlichen Träger des metallischen
Eisens (Fe-Träger), :zu nennen. Neben Eisen- ’und .Eisenmanganerzen
kommen innerhalb der Gruppe der Erze als Fe-Träger noch Mangaharze.
Schweißschlacken, Walzschlacken,: Hammerschlacken, Konverter-