Man sah diese wichtige Frage der Bergwirtschaft also in erster
Linie als eine Angelegenheit der Geologie an, und das mit Recht,
Schon in Stockholm bei den Eisenerzdiskussionen aber wurde es
klar, daß der Geologe wohl die ersten Grundlagen, nämlich die
naturwissenschaftlichen, schaffen muß, aber nicht die entschei-
denden wirtschaftlichen oder gar wirtschaftspolitischen Fragen
beantworten kann. Die Methode solcher Lagerstätteninventuren
muß also, wenn auch nicht geändert, so doch ergänzt werden,
Aber in welcher Weise und von wem?
1. Zwecke
Bevor hierauf geantwortet werden kann, muß der Zweck von
dergleichen Vorratsschätzungen nutzbarer Mineralien schärfer ins
Auge gefaßt werden. Er ist, wie gesagt, ein wirtschafilicher, und
zwar: auf engere und engste Ziele eingestellt, ein privatwirt-
schaftlicher,
auf weitere allgemeinere Ziele eingestellt, ein nationalwirt-
schaftlicher,
und auf weiteste Menschheitsziele eingestellt, ein weltwirt-
schaftlicher Zweck.
Diese dreifache Zielsetzung bedeutet nun nicht etwa eine nur
dem geographischen Umfange nach engere oder weitere Aufgabe —
(auch Weltaufnahmen können privatwirtschaftlich orientiert sein,
und einzelne Revieraufnahmen weltwirtschaftlichen Zwecken die-
nen) —, sondern eine dem Sinne nach dreifach verschiedene
Tendenz:
eine egoistische, eine nationalistische und eine humanistische.,
Vorratsschätzungen egoistischer Tendenz erstreben Klarheit im
eigenen Machtbereich für eigene, geheimzuhaltende Geschäfts-
maßnahmen im Sinne der Erwerbswirtschaft, des Geldverdienens,
möchten also jeden Wettbewerb ausschalten oder doch erschweren,
jedenfalls nicht anregen; sie entziehen sich also möglichst der
Öffentlichkeit und damit auch der allgemeinen wissenschaftlichen
Betrachtung.
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