Gußbruchpreis in der Regel 5% (genau 1 bis 5 Mark) unter dem
Preis für Kernschrott. In der Nachkriegszeit jedoch war die Regel die,
daß sich der Maschinengußbruchpreis über dem Kernschrottpreis
bewegte, und zwar in Spannen, die bis zu 21 RM. erreichten. Diese Er-
scheinung läßt sich wohl damit erklären, daß das Angebot an Gußbruch
im Vergleich zu dem einheimischen Bedarf bei weitem nicht so groß
gewesen ist wie das Angebot von Stahlwerksschrott.
Will man das Nachkriegspreisverhältnis von Guß-
bruch zu Luxemburger Gießereiroheisen vergleichen,
dann muß man die gegenwärtigen Nachkriegsfirachten von etwa 11 bis
12 RM. von Luxemburg (Sierck) nach Duisburg bzw. Dortmund zu dem
Luxemburger Roheisenpreis hinzurechnen, Danach bewegten sich in
den Jahren 1924 und 1925 die Preise für Luxemburger Gießereiroheisen
frei rheinisch-westfälischer Verbrauchsstation etwa 2,50 bis 18,20 RM.
über den rheinisch-westfälischen Gußbruchpreisen, Alle Bewegungen
der Luxemburger Roheisenpreise machten die Gußeisenpreise mit; sie
hoben und senkten sich zu gleicher Zeit, wenn auch nicht immer im
gleichen Ausmaß. Im Frühling und Sommer 1926 erhöhten sich die
Preisunterschiede und erreichten wohl 26,50 RM. Diese Zeit war
bekanntlich infolge des englischen Bergarbeiterstreiks ganz außerge-
wöhnlich. Die englische Konkurrenz an Gießereiroheisen war im Laufe
dieses Streiks erheblich zurückgegangen und hatte der Preispolitik des
Deutschen Roheisenverbandes, der auf ein Halten des Preises bedacht
war, keine Schwierigkeiten bereitet. Beim Fallen des Gußbruchpreises
im Jahre 1926 jedoch spielt offenbar die zunehmende Krise der Eisen-
gießereien und des Maschinenbaus eine Rolle. Es ist in dieser Zeit an
Gußbruch wohl nur soviel zugekauft worden, als man eben brauchte.
Ferner dürfte die starke Senkung der Roheisen- und Schrottpreise in den
Frankeninflationsländern zur Senkung der deutschen Gußbruchpreise
beigetragen haben. Im Frühjahr 1926 haben nämlich die französischen
Schrottpreise einen Preisfall bis auf 30 RM. erlebt. Es ist erklärlich,
daß diese Preissenkung in den Frankenländern auf die deutschen Guß-
bruchpreise gewirkt hat. Mit der Frankenrevalorisierung, die im
Herbst 1926 alle Eisenpreise in den Frankenländern erhöhte, hoben sich
auch wieder die deutschen Gußbruchpreise und brachten sie dem Luxem-
burger Gießereiroheisenpreise frei Ruhr wieder näher.
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