Full text: Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

Gutachten der Sachverständigen 
Dr. Buchmann, Geh. Rat Prof. Dr. Mathesius, 
Dr. Petersen, Dr. Reichert. 
Eingereicht: September 1926. 
if. Die deutsche Eisenerzversorgung. 
Die Erzversorgung der deutschen Eisen- und Stahlindustrie ist ab- 
hängig von den inländischen Eisenerzvorräten und vom Erzbezug aus 
dem Ausland. 
Die deutschen Eisenerzvorkommen nach ihrer örtlichen Lage sind 
aus beiliegender Skizze‘) ersichtlich. In dieser Skizze ist unter Ziffer 18 
auch der lothringisch-luxemburgische Minettebezirk eingezeichnet, den 
wir durch den Versailler Vertrag und durch den Austritt Luxemburgs 
aus dem deutschen Zollgebiet verloren haben. Neben den einzelnen Ge- 
bieten ist der durchschnittliche Eisengehalt der Erze nach Abzug des 
natürlichen Nässegehalts angegeben. Dabei wird bemerkt, daß der 
Durchschnittsgehalt der Erze von Jahr zu Jahr ein wenig schwankt. 
_. Wirklich reiche Eisenerze über 55 % Fe gibt es in Deutschland 
Nicht, und sogenannte mittlere Erze zwischen 40 und 55 % Fe nur in 
ganz geringer Menge, nämlich nur im Lahn-Dill-Bezirk rund 42 % Fe, 
und im bayrisch-württembergisch-badischen Bezirk mit rund 38 %, auf- 
bereitet bis 50 %. Fast alle deutschen Eisenerze sind arm, d.h. sie 
Weisen Metallgehalte auf, die noch unter der unteren in den Vereinigten 
Staaten geltenden Abbauwürdigkeitsgrenze von 45°, liegen. 
Die’ wichtigsten : Eisenerze sind Magneteisenstein, Roteisenstein 
Oder Hämatit, Brauneisenstein und Spateisenstein. 
. Die deutschen Eisenerzvorräte haben durch den Verlust des loth- 
Mngisch-luxemburgischen Minettebezirks eine ungeheure Verminderung 
erfahren. Dieser Bezirk hatte nach der wissenschaftlichen Schätzung 
der Professoren Beyschlag und Krusch?) im Jahre 1917 nach Abzug 
Sines Abbauverlustes von 10 % noch 1777 Millionen Tonnen Vorrat. 
Für die Deutschland verbliebenen Eisenerzvorräte sind Anfang 1917 
von denselben beiden Gelehrten folgende wissenschaftliche Schätzungen 
Zemacht, worden: 
!) Siehe S, 219. 
pP ?) „Deutschlands künftige Versorgung mit Eisen- und Manganerzen“ von 
Tofessor Beyschlag und Professor Krusch, 1917, 8. 11. 
4 Enq.-Aussch. III. Rohstoffvers, d. deutsch. eisenerzeug, Ind,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.