Full text: Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

42 
alten Pfälzischen Bankvereinsaktien im Verhältnis der damaligen 
Börsenkurse umtauschte. 
Selbst durch die Krise vom Jahre 1872 in ihrer Aus 
dehnung nicht gehemmt, sucht das lebenskräftige Unternehmen 
in richtiger Erkenntnis der großen Bedeutung eines weitver 
zweigten Filialenbesitzes seinen Aktionsradius mehr und mehr 
zu erweitern. So benutzte die Bank die Liquidation der Hei 
delberger Privatbankfirma Gebr. Zimmern, um dieses Bankhaus 
in sich aufzunehmen und es in eine weitere Filiale in Heidelberg 
umzuwandeln. 
Über die vorteilhafte Expansionstätigkeit der Rheinischen 
Creditbank äußert sich diese in ihrem Jahresbericht vom Jahre 
1874 folgendermaßen: 
„So haben wir jetzt Filialen in Karlsruhe, Konstanz, 
Freiburg, Heidelberg und eine Kommandite in Kaisers 
lautern, und erstrecken hiermit unsere Wirksamkeit 
über das ganze Land. Die günstige Aufnahme, die unser 
Institut überall findet, wo es seine Tätigkeit entfaltet, 
ist ein Beweis hierfür, daß es den Interessen des Handels 
und der Industrie in richtiger Weise dient .... Die 
Ausdehnung, die somit unsere Anstalt in der verhältnis 
mäßig kurzen Zeit ihres Bestehens gewonnen, die fast 
2000 Verbindungen, mit welchen sie einen fortdauernden 
und ersprießlichen Verkehr unterhält, sprechen am be 
redtsten für die Bedeutung, die sie für die einheimische 
Volkswirtschaft hat“. 
Die der großen Krise folgenden Jahre brachten dem In 
stitut zum Teil erhebliche Verluste (besonders Mitte der 70er 
Jahre bei ihrer Konstanzer Filiale) und beeinträchtigten so ent 
sprechend der gesamten damaligen Wirtschaftslage alle Expan 
sionsbestrebungen für eine kurze Spanne Zeit, was auch haupt 
sächlich durch die in den 70er und 80er Jahren bestehende 
allgemeine Stagnation der deutschen Volkswirtschaft bedingt 
war. Es gelang dann der Rheinischen Creditbank erst zu 
Beginn der 90er Jahre ihren Geschäftskreis wieder lokal zu
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.