schieden, seine Ansprüche seien rechtsgültig. Im Jahre
1827 verstand die gesetzgebende Körperschaft sich zu einem
Kompromiß, obgleich die öffentliche Meinung noch genau
so empört war wie vorher: der Staat gab Astor für die Auf-
gabe seiner Ansprüche 500000 Dollar in einer fünfprozentigen
Staatsanleihe, die eigens zu diesem Zwecke aufgenommen
wurde. Die verschiedenen gesetzgebenden Körperschaften
des Staates New York waren Herde der Korruption; die
von 1827 war es besonders. So wurde also das ganze Volk
besteuert, damit man zu exorbitantem Preise einem Manne
Ansprüche ‚ abkaufen konnte, die er durch Schiebungen
bekommen hatte, und damit er Kapital und Zinsen wieder
zum Ankauf von Grund und Boden in der Stadt New York
verwenden konnte!
Während Astor sich in Wisconsin, Missouri, Jowa und
anderen Teilen des Westens der Reihe nach in den Besitz
großer Areale setzte und vom dritten Teil des Putnam-
Landes seinen Zoll erhob, konzentrierte er den Schwer-
punkt seiner Terrainspekulationen auf die Stadt New
York. Um fortwährend in dem Maße wie er kaufen zu kön-
nen, bedurfte es eines ständigen Einkommens. Dieses Ein-
kommen schöpfte er, wie wir gesehen haben, aus seinen
Praktiken beim Pelzhandel und aus seinen Reederunter-
nehmungen. Aber damit sind die Mittel, durch die er ein
hervorstechender Großgrundbesitzer wurde, noch nicht
erschöpft. Ein weiteres war das Bankprivileg, das das Ge-
setz so gestaltet hatte, daß seine Inhaber damit die Reich-
tümer, die von der arbeitenden und ackerbauenden Klasse
geschaffen wurden, aufsaugen und die schaffenden Stände
mit entsetzlichen Opfern belasten konnten. Und vor allem
machte Astor in Gemeinschaft mit seiner ganzen Klasse
den vorteilhaftesten Gebrauch vom Gesetz, indem er es
entweder verletzte oder gegen andere anwandte. .
Liest man die oberflächlichen Darstellungen von Schrei-
bern, die einer Zeit, die den Reichtum anbetet, geben, was
sie lesen will, und nicht, was sie wissen müßte, so erscheint
er im Lichte eines braven, die Gesetze achtenden Mannes,
der durch seine Geschicklichkeit in ehrlichen Unternehmun-
gen viel Geld verdiente. Sieht man aber tiefer zu, so er-