197
gestalt und geschichtlicher Entwicklung recht ungleichartige
Landschaften. Wegen des Reichtums an Gewässern,
die sich mit der Aare vereinigen, kann der
Aargau als der Trichter der Schtveiz gelten; insbesondere
trifft die Bezeichnung zu für den Zusammenfluß
der Aare, der Neuß und der Limmat
unterhalb Brugg, deren Einzugsgebiet 2 /s der
Schweiz ausmacht.
Mit der Annäherung an das Aaretal werden ®üi>«$e
die Hügelrücken, die durch das Mittelland quer- afUnrtSie
über zum Jura ziehen, immer niedriger. An ihren
Gehängen und quer durch die Flußtäler bauten
einzelne Lappen des eiszeitlichen Reußgletschers ansehnliche
Moränenwälle auf. Unterhalb der Endmoränen
treten die Flüsse in breiter Talöffnung
zur Aare hinaus; ihr Bett ist an diesen Stellen
in ausgedehnte, mit Wiesen und Äckern bestellte
Kiesebenen cingeschnitteii, die ihre Entstehung dem
reichen Geschiebetransport der eiszeitlichen Flüsse
verdanken.
Zwischen den nördlichsten, nur wenig über die
Talsohle aufragenden Molassehöhen und dem Steilabfall
des Jura fließt die Aare in geräumiger
Mulde dahin; meist hält sie sich hart an die Nordwand;
stellenweise durchbricht sie in engem Querschnitt
niedrige Kalkfalten, die als Ausläufer des
Jura spornartig ins Mittelland hineinragen. In
einem solchen Durchbruch verläuft die Aare zwischen
Aarburg und Olten und wiederum bei Schinznach,
wo die Schlösser Wildegg und Habsburg die
Jurahöhen rechts der Aare krönen. Reuß und Limmat
queren denselben Juraausläuser oberhalb ihrer
Vereinigung mit der Aare. Unterhalb Brugg biegt
die Aare nach Norden um und erreicht durch das
große Juraquertal den Rhein bei Koblenz.
Der Aargauer Jura wird am Südrand durch z«ra
eine Zone von Ketten gebildet, deren östlicher Aus-