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Professor in seinem gelehrten Traktate ödet, ohne daß es ihn:
gelänge, irgend etwas Relevantes voll der Wirklichkeit auszusagen?
In einsamer Höhe thront Karl Marx. Wer ihm und seinem
Oeuvre gerecht werden will, wird es nicht vermögen durch Betrach
tungen, wie sie Friedrich Engels angestellt hat: das haben hoffentlich
meine Ausführungen erwiesen. Aber freilich auch nicht dadurch, daß
mau auf die „Irrtümer" hinweist, die er begangen hat und die sicher
so zahlreich sind, wie die „Wahrheiten", die er ausgesprochen hat.
Mag von Marxens Oeuvre bald kein einziger Satz mehr der
Kritik Staild halten: es wird doch in alle Ewigkeit groß und erhaben
uns vor Augen stehen und seine Schönheiten uns zum Genusse bieten.
Weil das, was es groß macht, die einzigartige Äußerling einer über
alles nórmate Maß hinausragenden Persönlichkeit ist, die eine hell
seherische Schall mit einer gelvaltigen Kraft der Darstellung und
einer leidenschaftlichen Glut des Gemüts verband.
Dadurch wurde das Werk ein lebendiges Werk: ein Werk, in dem
Leben gebunden lvar und das jederzeit wieder Leben in andern aus
lösen kann. Das Lebendige in ihnen aber ist es, was die Werke der
Menschheitsforschung wie die Werke der Künstler zur Unsterblichkeit
erhebt.
Áchea