530 Fünfundzwanzigstes Buch. Viertes Kapitel.
in dieser Hinsicht war dabei, ebenfalls schon von vornherein,
Mainz bezeichnet worden.
Nun liegt aber Paris etwa südwestwestlich von Mainz.
Die französische Grenze dagegen, die es zu überschreiten galt,
führte von der luxemburgischen Grenze an der Mosel bei Sierck,
etwa vierzig Kilometer oberhalb Trier, in fast östlich gewendeter,
nur wenig nach Süden ausschlagender Linie bei Saarbrücken
und Weißenburg vorbei bis zum Rhein in der Gegend von
Lauterburg. Sie lag damit südlich der Luftlinie Mainz —Paris
und würde, nach Westen zu verlängert, diese in dem Winkel
etwa des Andreaskreuzes geschnitten haben.
Die Folge war, daß die erste Aufstellung der deutschen
Heere nicht mit der vollen Front gegen Paris gewählt werden
konnte. Die drei Armeen, die gebildet wurden, mußten sich
vielmehr dem Verlauf der Grenze, wenn auch mit einer ge—
wissen Anlehnung an die frontale Richtung gegen Paris, an—
schmiegen. Die Erste Armee wurde dementsprechend an der
Mosel, dreißig bis vierzig Kilometer nordöstlich von Trier, kon—
zentriert; sie stand unter dem Befehl des Generals von Stein—
metz, dessen Verdienste während des böhmischen Krieges,
namentlich bei Skalitz, unvergessen waren; sie war die schwächste
von allen dreien, etwa sechzigtausend Mann. Die Zweite Armee,
hundertvierunddreißigtausend Mann, formierte sich unter dem
Prinzen Friedrich Karl bei Neunkirchen, etwa gegenüber der
Mitte der französischen Grenze; die Dritte Armee endlich, etwa
hundertdreißigtausend Mann stark, unter dem Kommando des
preußischen Kronprinzen, umfaßte von Landau bis Rastatt die
Ostecke der französischen Grenze.
Von dieser Aufstellung galt es nun mit einer Drittel—
rechtsschwenkung etwa in die Front gegen Paris zu kommen
und damit zugleich eine frontale Stellung zu den geographischen
Abschnitten einzunehmen, die bei einem Marsch gegen Paris
zu durchschreiten waren. Diese Abschnitte werden fast durch—
weg durch Flußläufe, die den Weg von Süden nach Norden
hin nehmen, gebildet. In erster Linie kam dabei das Tal der
Saar in Betracht: die Saar, im Westen Straßburgs ent—