fullscreen: Das Zolltarifgesetz der Vereinigten Staaten von 1913

JVlan muß das kürzlich von dem Kongreß der Vereinigten 
Staaten erlassene Zollgesetz an Hand einer Reihe von Maß 
nahmen, die ihm vorausgegangen sind, betrachten *). 
Der hohe Schutzzoll der Vereinigten Staaten hatte seinen 
Ursprung in den finanziellen Bedürfnissen des Bürgerkrieges 
(1861—65). Damals wurden alle Waren mit hohen Zöllen belegt, 
die jedoch späterhin nur für solche Artikel, die im Lande selbst 
fabriziert werden konnten, beibehalten wurden. Dieses Schutz 
system erfuhr dann durch den McKinley-Tarif vom Jahre 1890 
eine noch genauere und strengere Handhabung **). Diese viel be 
sprochenen Maßnahmen, das Resultat heftiger politischer Kämpfe, 
bürgten der republikanischen Partei für eine Politik des äußersten 
Schutzes. Nach einigen Jahren trat jedoch eine lebhafte Reaktion 
ein, der sogenannte Wilson-Tarif vom Jahre 1894 fand Annahme 
und mit ihm wurde eine bemerkenswerte Ermäßigung der Zölle 
erwirkt. Die Reaktion schien aber vorübergehend zu sein. Bei 
den Wahlen vom Jahre 1896 kamen die Republikaner wieder ans 
Ruder und im folgenden Jahre (1897) drückten sie den soge 
nannten Dingley-Tarif durch. Dieser stellte nicht nur das 
Schutzsystem, wie es im Tarif von 1890 bestanden hatte, wieder 
her, sondern erhöhte sogar noch die Zölle. Der Dingley-Tarif 
*) Streng genommen ist der Tarif ein Einkommengesetz. Es enthält 
4 Abschnitte, nämlich: 
1. Zolltarif, 
2. Einkommensteuer (neu eingeführt), 
3. Verwaltungsvorschriften betr. Einziehung von Zöllen. 
4. Verschiedene Vorschriften. Wir behandeln hier nur § i. 
**) Die Tarifgesetze der Vereinigten Staaten werden mit den Namen 
4er Vorsitzenden der Komitees bezeichnet, von denen sie der gesetzgebenden 
Körperschaft in öffentlicher Sitzung überreicht werden. So ist das Gesetz 
v °m Jahre 1890 als das McKinley-Oesetz bekannt, weil Mc Kinley (nachher 
Präsident McKinley) in dem Jahre, als es durchging, als Vorsitzender der 
K'nkünfte-Kommission fungierte. Ähnlich ist das Wilson-Gesetz vom 
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