Object: Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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imstande, den Kilopreis, zu dem sie abgeschlossen haben, genau 
in den Literpreis umzurechnen. Der Vollständigkeit halber gebe 
ich hier ein Schema: 
Der Detaillist möge geschlossen haben 
p. ioo kg inkl. Fass ab Leipzig, per September Mk. 23.50 
Frachtkosten und Rollgeld » 1.50 
Monatl. Aufschlag v. 20 Pfg., durchschnittl. p. Dez. gerechnet » —,60 
Mk. 25.60 
Fasspreis (Mk. 5.— p. Fass v. 180 kg brutto; per 100 kg, 
ca. 2 /s = Mk. 3.50 
Mk. 22.10 
Dieser Netto-Kilopreis wird, um den Literpreis zu erhalten, mit 
dem spezifischen Gewicht multipliziert. Da das am meisten ge 
handelte amerikanische Standard white ein solches von ca. 800 g 
besitzt, kommt man auf einen Literpreis von 17.68 Pfg. Handelt 
es sich aber um ein schweres Oel, wie russisches oder Mischöl, 
so muss der Netto-Kilopreis statt mit 0.8 mit 0.82 multipliziert 
werden, so dass sich ein Literpreis von 18.12 Pfg., also ein um 
1 / 2 Pfg. per Liter höherer Preis, herausstellen würde. Aber das 
schwerere spezifische Gewicht dieser Sorten wird meist gar nicht 
berücksichtigt; obendrein sind viele Händler der Ansicht, sie 
erhielten das Fass einfach geschenkt. Sie bedenken dabei nicht, 
dass es in den Kilopreis schon hineinkalkuliert ist und dass sie 
im Einzelverkauf bei weitem nicht die in Berechnung gezogenen 
5 Mk., den Engrospreis, sondern viel weniger erhalten, so dass 
sich ihre Rechnung also noch schlechter stellt. Ein Temperatur 
unterschied von i° C macht eine Differenz des spezifischen Ge 
wichts von 0,0007 aus. Wiegt also ein Oel bei -f- io° C z. B. 
810 g, so würde es bei —15 0 C 8o6'/2 g, bei + 18 0 C ca. 804^2 g 
wiegen. 
Ein zweiter Bewertungsgrund ist natürlich die Brennfähigkeit 
(gleichmässige, gelbe Flamme ohne Flackern, Geruch und Docht 
verkohlung) des Petroleums. Aber hierbei ist darauf hinzuweisen, 
dass man mit vollem Rechte jedes Oel als das beste erklären 
kann. Tatsächlich operieren die verschiedenen Gesellschaften mit 
Analysen vereideter Chemiker, nach denen gerade i h r Oel das 
vorzüglichste ist. So besitze ich u. a. eine vergleichende Analyse 
von Dr. Ad. Langfurth, Altona (27/9. 02), die zu Ehren des gali- 
zischen Petroleums angefertigt wurde. Er schreibt: »Sämtliche 
von mir untersuchten österreichischen Petroleumsorten sind dem 
mir übergebenen Vergleichspetroleum auch an Leuchtkraft über-
	        
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