Object: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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und weniger durch die der Regierungen noch über die sonsti 
gen mitwirkenden Ursachen hinaus verdorbenen und so über 
aus schlecht bestellten Volkswirthschaftslehre der Universi 
täten, ja sogar speciell von Berlin reden- und meine eigne 
Stellung bei Seite lassen, würde arg missdeutet werden können. 
Es sei daher bemerkt, dass die der ganzen Anlage des Ver 
hältnisses und allen wirklichen Thatsachen nach völlig bedeu- 
tungs- und einflusslose, ja für den gewöhnlichen Gang der 
Dinge unausweichlich auf Ohnmacht und Nebensächlichkeit an 
gelegte Position oder vielmehr Positionslosigkeit eines unbesol 
deten Privatdocenten von mir ausnahmsweise durch aufreibcndo 
Anstrengung und Geduld 12 Jahre in einer Art ausgefüllt und 
gehoben worden ist, für die sich in der jüngsten Geschichte 
der Universitäten kein Beispiel vorflndet. Es gilt dies nicht 
blos für die unentgeltlichen Vorträge, in denen ich seit einer 
Reihe von Jahren eine Bosuchsfrequenz erreicht habe, die hin 
ter den zwei oder drei frequentirtesten Vorlesungen der ganzen 
Universität nicht zurücksteht. Auch die privaten oder, mit 
andern Worten, von den Studirenden bezahlten Vorträge, bei 
deren F.requentirung weniger die wissenschaftliche Person und 
Darstellungsfähigkeit des Vortragenden, als das Professoramt 
und die äusserlichen Rücksichten oder Vorurtheile nach Maass 
gabe der universitären Rangliste von unmittelbarem Einfluss 
sind, und welche daher für Privatdocenten der Regel nach 
kaum existiré n, — diese Privatvorträge haben sich bei mir in der 
Frequenz noch günstig genug gestaltet. Was ich als Schrift 
steller bin, weiss • das Publicum und zwar nicht blos das 
Deutsche; sogar die Professoren wissen es in ihrer Art zu 
würdigen; denn in ihren Kreisen wird nicht wenig von meinen 
Schriften verkauft und — nicht verrathen, da sie sich hüten, 
von der fleissigen Leetüre, mit der sie ihrer Gedankenträg 
heit nachzuhelfen suchen, durch Citate irgend welche Kunde 
zu geben. 
Wie sich die echte und ehrliche Wissenschaft und der 
wirkliche Socialismus auf dem Katheder steht, ist in dem eben 
gekennzeichneten, in Deutschland einzigen Fall so kurz an 
gegeben, als es der persönliche Charakter der Angelegenheit 
mit sich brachte. Den gleichen Fall eines Andern würde ich 
in einer andern, etwas drastischeren Sprache beleuchtet, und 
auch der colossalen Kluft, die zwischen einem wirklichen So-
	        
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