Alt-Rigas gewerbliches Leben.
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Schank damit verbunden worden sein, der zuerst vielleicht in eigener
Regie geführt, später verpachtet wurde. Jedenfalls Hessen sich
Privatpersonen nicht selten Wein in ihre eigenen Keller legen.
Anders wäre es nicht nöthig gewesen, durch eine Taxe den Lohn
der Weinträger zu regeln *. Wenn man es für zweckmässig erachtete,
1 rägern vorzuschreiben, wieviel sie für den I ransport einer
Pipe oder eines Fasses verlangen durften, so muss die Gewohnheit,
Sich den Wein für den Hausgebrauch direct zu verschreiben, eine
weit verbreitete gewesen sein. Dass die Einwohner den Wein in
grossen Gebinden von 5 und 8 Ohmen oder mehr aus dem Raths
keller bezogen, und die Taxe der Weinträger für die Beförderung
des Weins aus dem Rathskeller in die Privathäuser galt, scheint
ausgeschlossen. Weinkeller, bezw. Weinhäuser, werden daher auch
zu Beginn des 16. Jahrhunderts mehrfach namhaft gemacht, bestanden
äher gewiss schon früher. Dahin gehören Hans Konings Wein
keller in der Kalkstrasse 1573* und Reynhold Germans Weinhaus
Aiu Markte, das 1518 auf Hans Diderik überging. Nach dessen
Pode kaufte die Wittwe des Herrn Berthold Fredericks es im
Juhre is¡22 und überliess es vierzehn Jahre später Bartold Frederick,
vermuthlich ihrem Sohne®.
•Lasthäuser im heutigen Sinne wird man nicht erwarten in
Alt-Kigii zu finden. Indess musste natürlich in irgend einer Weise
die Unterbringung durchreisender oder anreisender Fremder
gesorgt sein. Es fehlt noch ganz an einer Untersuchung über die
j Wickelung dieses wichtigen Zweiges des \^erkehrs in Deutsch-
•^ud . Soweit urkundliche Nachrichten in dieser Beziehung Auskunft
geben, kann die Entstehung dieser Anstalten auf mehrfache (Gründe
zurückgeführt werden.
Pür arme, zunächst vielleicht nur kranke, in der Folge jeden-
^lls auch gesunde Personen sorgte die Mildthätigkeit. Als die
^ erbergerin der ,.elenden Gäste” (Fremden) und Pilgrime wurde
^ heilige (jertrud angesehen, und ihr zu Ehren errichtete man aus
privaten Mitteln Fremdenherbergen. So wurde in Lübeck im letzten
Urittel des vierzehnten Jahrhunderts das (iertrudengasthaus hinter
dem Heiligengeistspital eröffnet\ und von dem an der Spitze
^ Napiersky, Lib. red. II, 463.
g Napiersky, Erbeb. II, 1547, ibob
^ l'^^piersky. Erbeb. II, 364, 1147, 1427.
Ih. V. Liebenau, Das Gasthof- und Wirthshauswesen d. Schweiz. Zürich i8qi.
Mantels in Hansische Geschichtsbl. 1872, S. 143 — 144.