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Wissenschaft zu gelten. Es bleibt uns daher nichts übrig, als
die einfache Thatsache auszusprechen, dass Malthus von vornherein
nur sehr untergeordneten und rohen Anschauungen folgte
und ofíbnbar vorsilumt hatte, sich hinlänglich mit dem Geiste
und der Denkweise der Smithschen Ockonomie vertraut zu
machen. Hienach kann es uns denn auch nicht Wunder nehmen,
dass gegenw^ärtig, wenn man von den verschulton Gestalten
der Oekonomie absieht, die lebensvollere Entwicklung
der Volkswirthsehaftlichen Ideen und Thatsachen bereits in
einem grossen Umfang zur Beseitigung des theoretischen Malthusianismus
geführt hat. Wo derselbe jedoch bei einer unbefangenen,
nicht blos von der Rücksicht auf die Erhaltung der
Schulmonopolo geleiteten Auffassung einen Anschein von Wahrheit
bieten mag, liegt regelmässig die Verwechselung des Malthusschen
Princips mit solchen Einsichten zu Grunde, die mit
dem crstcron nur eine äusserliche Aehnlichkeit gemein haben.
Der allgemeine Satz, dass die Lebensbedingungen auch die
Lebensentwicklung bestimmen, und dass, ausser der Hervorbringung
der Existenzbedingungen durch die Bevölkerung selbst,
auch noch eine Rückwirkung der Zustände auf die Veränderungen
der Bevölkerungszahl statthabe, ist nicht im Entferntesten
ein Ausdruck dos Malthusschen sogenannten Gesetzes,
sondern das Gegcntheil desselben. Ursächliche Beziehungen
zwischen Bevölkerungsmenge und Existenzmöglichkeit ergeben
bestimmte socialwirthschaftliche Gesetze, in denen die Zusammengehörigkeit
der beiden Seiten des Verhältnisses anerkannt
wird, die aber nur dem flüchtigen Betrachter als Begriffe erscheinen
werden, die mit dem Malthusschen vermeintlichen
Gesetze auch nur zum Theil zusammenffelen.
Zweites Capitel.
Ricardo und die Vorstellungen von der Bodenrente.
Malthus hatte die roheren Ideen über die Rolle der Bodenfruchtbarkeit
bereits in einer Weise vertreten, deren Anerkennung
diirauf deutete, dass man in dieser Richtung der Reaction
gegen das Ilauptprincip Adam Smiths noch mehr gewärtigen
nuissto. Auch ist es eine der natürlichsten Erscheinungen, dass
die älteren Vorurtheile auch nach der umfassenden Eormulirung
Duliriiig, Ocbcliiclile der ísiUioualOkoiioiuie. Auílnge. 13