Full text: Bedarf und Absatzmöglichkeiten in Sowjetrußland

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Zur Frage der Versorgung der russischen 
Landwirtschaft mit Maschinen und Geräten 
Von Dipl.-Ing. W. A. Burg, Berlin. 
Die Einnahmen der staatlichen Grossindustrie im Wirt- 
schaftsjahre 1925 ergaben 70 Mill. Rubel, denen. jedoch an 
Ausgaben 115,6 Mill. Rubel gegenüberstanden, und die 
Verschuldung der Industrie an. die Banken. wuchs progressiv 
(1. Okt. 1923 = 162,4 Mill. Rubel, 1. Okt. 1924 = 436,7 
Mill. Rubel, 1. Okt. 1925 = 962,1 Mill. Rubel), wobei der 
Bankkredit nur durch verstärkte Emission von Banknoten 
ermöglicht wurde, denn die Steigerung des Notenumlaufs 
geht parallel mit der Zunahme der Verschuldung der In- 
dustrie an die Banken (Notenumlauf am 1. Okt. 1923 = 
207,3 Mill. Rubel, 1. Okt. 1924 = 346,4 Mill. Rubel, 
l. Okt. 1925 = 651,9 Mill. Rubel, 1. April 1926 = 1222 
Mill. Rubel; für das Jahr 1926 waren die Kreditforderungen 
der staatlichen Grossindustrie mit 600 Mill. Rubel an- 
gemeldet). Zu diesen unerfreulichen Tatsachen gesellt sich 
die äusserst niedrige Leistungsfähigkeit der russischen Tech- 
nik (nach den Untersuchungen des Prof. Schlesinger von 
der Technischen Hochschule in Charlottenburg bedarf es auf 
den. Putilow-Werken zum Bau eines Traktors 320 Manntage, 
während bei Ford nur 6 Manntage notwendig sind; zum 
Bau eines Oelmotors braucht man 200 Manntage, wogegen 
die’ amerikanische Automobilfirma Pakkard einen 80 PS 
Automobilmotor in einem Manntage baut, d. h. die 
Leistungsfähigkeit des russischen Arbeiters wird durch die 
Rückständigkeit der Ausrüstung der Putilow-Werke auf den 
200. Teil reduziert, gemessen. an der Leistungsfähigkeit des 
amerikanischen Arbeiters in der nach dem letzten Wort 
der Technik ausgerüsteten amerikanischen Industrie. Die 
Gestehungskosten für einen auf dem Kolomna-Werk ge- 
bauten Traktor betragen 6250 Tscherwonzen-Rubel, davon 
entfallen. allein auf den Arbeitslohn 1300 Rubel, wogeren
	        
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