Object : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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wird  gewogen,  wobei  der  Gewichtsverlust  in  der  Weberei  und  Appretur ­
  genau  bekannt  sein  muß.  Welche  dieser  Methoden  richtig  ist,
darüber  haben  sich  die  Fachleute  zu  unterhalten.  Hier  interessiert  in
der  Hauptsache  die  Verteilung  der  Generalunkosten.
Man  verteilt  die  Zusatzkosten  lediglich  nach  dem  Gewicht,
nach  dem  Maß,  der  Menge  oder  dem  Flächeninhalt  der
Fabrikate,  z.  B.  in  Webereien,  Spinnereien,  und  dividiert  einfach
die  Jahressumme  aller  Unkosten  durch  die  Produktion.  Man  nimmt
also  auf  die  Feinheit  der  Zwirne,  Garne  etc.  keine  Rücksicht,
differenziert  die  Kostenanteile  der  Fäbrikatsgruppen  nicht  und  ermittelt ­
  einfach  und  bequem,  aber  unrichtig  einen  Durchschnittskostenpreis ­
  der  Mengen-,  Gewichts-  oder  Maßeinheit.  Oder  man
greift  einige  Unkosten,  z.  B.  Lohn-  und  Materialunkosten  heraus,
verteilt  sie  nach  der  Länge  der  Fertigfabrikate  und  den  Rest  der
Unkosten  nach  dem  Gewicht,  wobei  nicht  einzusehen  ist,  in  welchem
ursächlichen  Zusammenhang  die  Verteilungsmaßstäbe  zur  Proportionalität ­
  der  Unkosten  stehen.  Solche  summarische  Kalkulationen
sind  richtig,  wenn  eine  Fabrik  stets  die  gleiche  Produktion  erzielt,
gleich  nach  Menge  und  Qualität,  so  daß  der  Kostenanteil  der  Produktionseinheit ­
  Schwankungen  nicht  unterworfen  ist.  Produziert
der  Unternehmer  mehr  als  das  Normale,  verringern  sich  die  wirklichen ­
  Selbstkosten  gegenüber  den  berechneten.  Bei  günstiger  Konjunktur ­
  kann  der  Produzent  zu  Normalpreisen  verkaufen  und  trotzdem ­
  einen  Mehrgewinn  erzielen,  bei  Absatzvergrößerung  hingegen
kann  er  den  Überschuß  über  die  normale  Produktion  zu  billigeren
Preisen  abgeben  (vgl.  Differentialkalkulation).
In  Webereien  versucht  man  eine  Differenzierung  der
Unkostenzuschläge  mit  Rücksicht  auf  die  Verschiedenheit
der  Ware,  indem  man  die  Rohstoff  kosten  sowie  die  Arbeitskosten,
diese  nach  Arbeitsstadien  getrennt,  berechnet,  für  die  Ergänzungskosten ­
  aber  einen  Aufschlag  pro  Meter  Fertigware  anrechnet, ­
  der,  wenn  er  verhältnismäßig  richtig  sein  soll,  nach  Art
der  Ware,  ob  einfacher,  schwieriger,  hochschäftiger,  Verschieden
sein  muß.  Der  Aufschlag  bleibt  ein  gefühlsmäßiger  Schätzungswert, ­
  der  nicht  rechnerisch  auf  seine  Richtigkeit  geprüft  wird.
Andere  Betriebe  berechnen  einen  durchschnittlichen  Prozentaufschlag ­
  auf  die  direkten  Herstellungskosten  oder
rechnen  verschiedene  Prozentaufschläge,  welche  die  Art  der  Ware,
wie  beim  Meteraufschlag,  oder  den  Verkaufswert  berücksichtigen,
dergestalt,  daß  die  bessere  und  teure  Ware  einen  größeren  Kostenzuschlag ­
  zu  tragen  hat.  Wiederum  andere  Fabriken  verteilen  die
Ergänzungskosten  nur  nach  der  Höhe  der  Fabrikationslöhne,  ohne
Rücksicht  darauf,  daß  ein  Teil  der  Unkosten  nicht  den  Arbeitskosten
proportional  ist.
            
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