Full text: Führer durch die Wirtschaft der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken

mit der Zeit immer weniger — um eine einfache Wiederherstellung des 
alten Zustandes, um einen bloßen Wiederaufbau handelte, sondern gleich- 
zeitig um eine Umwandlung des Gewesenen und Bestehenden, um eine 
Ersetzung veralteter Produktionsmittel, Wirtschafts- und Organisations- 
methoden, ja ganzer Industriezweige, durch neue, dem heutigen Stand 
der Weltwirtschaft angepaßte: um einen Umbau oder Neubau, die von 
den sowjetrussischen Nationalökonomen sogenannte „Rekonstruktion“ 
Das geht zum Beispiel aus der Tatsache hervor, daß die elektrotech- 
nische Industrie heute 195% der Vorkriegsleistung, der Anbau tech- 
nischer Kulturen 100—120% ‚erreicht hat, wenn auch viele andere Wirt 
schaftszweige noch hinter dem Vorkriegsstand zurückgeblieben sind 
Betrachten wir kurz die einzelnen wichtigsten Wirtschaftszweige. 
Die Land wirtschaft, die M der russischen Bürger beschäftigt und 
50% des Volkseinkommens liefert, war aus erklärlichen Gründen durch 
den Krieg weniger zerrüttet als die Industrie. Die gesamte Anbaufläche 
war von 105,84 Mill. Desj. im Jahre 1913 auf 74,38 Mill, Desj. im Jahre 
1922 zusammengeschrumpft. 1924 betrug sie wieder 94,1 Mill, Des; 
oder 89,7% der Vorkriegsfläche, Die landwirtschaftliche Bruttoproduk- 
tion in Wertziffern ausgedrückt, betrug 1913 1282,6 Mill. Rbl., 1921 5770,2 
Mill, Rbl., 1924 9150 Mill. Rbl. oder 71% der Vorkriegsproduktion. Noch 
schneller ist die Hebung der Viehzucht vor sich gegangen: Der Gesamt- 
wert der Tiere und tierischen Produkte auf dem heutigen Gebiet der 
UdSSR. belief sich 1913 auf 3032,5 Mill. Rbl., 1921 auf 1810,5 Mill, Rbl.. 
1924-25 auf 2422,5 Mill, Rbl. oder 79,9% des Vorkriegswertes, Diese 
stärkere Entwicklung bedeutet zugleich eine verhältnismäßig stärkere 
Entwicklung der Produktion für den Markt. Die Warenproduktion spielt 
in der Viehzucht prozentual eine größere Rolle als im Getreidebau, und 
der Verkauf tierischer Produkte (Butter, Eier usw.) ist für die landwirt- 
schaftlichen Produzenten vorteilhafter als der von Getreide. Ebenso hat 
sich innerhalb des Ackerbaus auch die Wiederherstellung der technischen 
Kulturen schneller vollzogen als die der Hauptgetreidearten. wie aus fol- 
gender Tabelle ersichtlich: 
Landwirtschaitliche Produktion (in Mill. Rbl. zu Vorkriegspreisen) 
1924-25 in % 
1913 1924-25 zu 1913 
53,0 
72,1 
116,1 
94,1 
98,0 
44,9 
100,5 
30,2 
= 
Hauptgetreidearten . 1355,5 2310,5 
Sonstige Getreidearten 94,3 68,6 
Kartoffeln . . 138,6 509,3 
Flachs em x RM 89,2 83,9 
Hanf BR 65,0 63,7 
Baumwolle ; (83,0 82,2 
Ölsaaten . . VL 164,3 165,2 
Sonstige technische Kulturen 139,6 42,2 
Spreu- und Futterpflanzen . . . 69? A171 
Zusammen . 6623.0 3937.1 59,4 
Über die Entwicklung des Viehbestandes‘ unterrichtet folgende 
Tabelle
	        
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