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während die mir bekannte Dame, die sie in Haus—
arbeit nähte, den Stoff selbst einkaufen mußte
(also auch da schon Zoll bezahlte, den ich gar
nicht einmal mitrechne) und dann für Material
und Arbeit 10 Pfennige erhielt.
Etwas geringer ist der Händlerzoll ja meistens,
aber immerhin beträgt die Gesamtsumme dessen,
was wir alljährlich an Händlerzöllen bezahlen,
ein sehr hohes Vielfache von allen Abgaben, die
wir an Staat und Gemeinde zu entrichten haben.
Aber nun soll man wiederum nicht denken, daß
sich jeder einzelne Händler ungeheuerlich an diesen
Händlerzöllen bereicherte! Da kann sich ja jeder
in seiner Umgebung umsehn. Gewiß, mancher
Händler wird in verhältnismäßig kurzer Zeit reich;
weitaus die Mehrzahl aber ist froh, wenn sie
anständig zu leben hat; denn es kommt ja haupt⸗
fächlich darauf an, wie viel einer um setzt; und
da jeder, der Lust hat und Geld geborgt kriegt,
ein Geschäft aufmachen kann, so ist die Konkurrenz
zu groß. Dann ist kaum ein Geschäft noch ohne
Spekulation, dadurch kann man mitunter schneller
reich werden, aber noch leichter sein Geld ver—
lieren. Schließlich ist aber die Börse das
große Ungetüm, das überall seine Saugnäpfe hat.
Die Riesenvermögen sind ihrem Ursprung nach
alle aus den von ihr aufgesogenen Händlerzöllen
hervorgegangen.
Abschaffung aller Steuern.
Diese Händlerzölle, die alle Verbraucher unge⸗
heuerlich belasten, ohne doch den Händlern in
demselben Maße zu nützen, fallen bei der Umge—
staltung naturgemäß der Volkswirtschaft zu, die
daraus mühelos das ganze Reichs- und alle
Staatsbudgets bestreiten kann, so daß alle bis—
herigen Steuern ohne Weiteres ab—